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Politik Ausland
06/10/2020

Basketball-Legende Abdul-Jabbar: "Nicht aufgeben, wählen gehen"

Er war einer der größten Sportler der USA. Nach dem Tod von George Floyd sieht er die Chance für Veränderung.

von Elisabeth Sereda

Gemeinsam mit Magic Johnson führte er die Los Angeles Lakers zu Höhenflügen. Nebenbei studierte Kareem Abdul-Jabbar, als Lew Alcindor in New York geborener Athlet und Schauspieler, Geschichte.

1968 marschierte er mit Dr. Martin Luther King, boykottierte im selben Jahr die Olympischen Spiele aufgrund des Rassenkonflikts der Afroamerikaner in den USA und trat zum Islam über. Nach seiner Sportkarriere wurde der heute 73-jährige Autor und Kommentator. Er schreibt regelmäßig Kolumnen für die Los Angeles Times.

KURIER: Viele Historiker sagen, es habe sich seit der Bürgerrechtsbewegung für die Schwarzen nicht viel verändert. Haben Sie Hoffnung, dass die derzeitigen Proteste etwas verändern?

Kareem Abdul-Jabbar: Hoffnung hatte ich immer. Aber ich bin gefangen zwischen Hoffnung und Geschichte, unsere Geschichte ist nicht gut. Aber was ich in den vergangenen zwei Wochen gesehen habe, ist beachtlich. Noch nie sind so viele junge – weiße! – Menschen weltweit marschiert. Das könnte politisch sehr viel bringen.

Was ist an diesem Engagement anders als früher?

So viele verschiedene unterdrückte Gruppen verstehen, dass wir alle mit demselben Problem kämpfen: Wir haben gesetzlich verankert nicht den gleichen Schutz und die gleichen Rechte. Das betrifft nicht nur Farbige, sondern auch Juden, Moslems, LGBTQ (Lesben, Schwule, Transgender) und Frauen.

Wenn sich alle zusammenschließen, haben wir eine mächtigere Stimme. Und das passiert gerade, auch wenn es unter dem Banner von Black Lives Matter geschieht.

Wann und warum wurden Sie zum Aktivisten?

Es war der Mord an Emmett Till, der mit 14 von einem Weißen ermordet wurde. Ich war damals acht Jahre alt und begriff, dass Schwarze in den USA eine schreckliche Existenz haben. Dann wurde Martin Luther King ermordet, und ich boykottierte die Olympischen Spiele, denn ich konnte keinen Patriotismus heucheln.

Was können wir Weiße tun?

Die Wahrheit sagen. Die Stimme erheben und sagen, was Ihr seht. Die meisten Weißen wachsen nicht mit den schrecklichen Folgen des Rassismus auf. Es betrifft sie nicht. Aber Erkenntnis und Sensibilisierung sind alles. Das junge Mädchen, das den Mut hatte, George Floyds Sterben zu filmen, hat die Welt verändert, weil sie gezeigt hat, was Schwarze ihr Leben lang mitmachen.

Was müssen wir tun, um eine dauerhafte Veränderung herbeizuführen?

Nicht aufgeben. Nicht locker lassen. Und wählen gehen! Das verändert dann alles.

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