© EPA/KING RODRIGUEZ/ HANDOUT

Politik Ausland
04/02/2020

Philippinischer Präsident will "Störenfriede" erschießen lassen

Rodrigo Duterte löst wegen seiner Drohungen bei Verstoß gegen die Corona-Ausgangssperre scharfen Protest von Menschenrechtlern aus.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat Polizei und Militär angewiesen, vermeintliche Ruhestörer angesichts der Corona-Krise zu erschießen. "Wenn es Ärger gibt oder Kämpfe ausbrechen und euer Leben in Gefahr ist, erschießt sie", sagte er in einer Rede am Mittwoch über die geltende Ausgangssperre.

"Statt Ärger zu machen, werdet ihr von mir ins Grab geschickt", fügte der Präsident hinzu. Rund die Hälfte der 110 Millionen Philippinen sind derzeit von einer Ausgangssperre betroffen. Darunter sind auch viele Menschen, die in großer Armut leben und durch die strengen Beschränkungen ihre Jobs verloren haben.

Festnahmen nach Demo

Kurz vor Dutertes Ansprache waren rund 25 Menschen in einem Armenviertel der Hauptstadt Manila nach Protesten gegen die Regierung festgenommen worden. Sie hatten der Regierung vorgeworfen, den Armen keine Lebensmittel-Hilfen zukommen zu lassen.

Menschenrechtsorganisationen kritisierten Dutertes Äußerungen scharf und forderten die Regierung auf, dringend benötigte Hilfsgüter bereitzustellen statt mit Gewalt zu drohen. "Tödliche, unkontrollierte Gewalt sollte niemals als Antwort für einen Notfall wie die Coronavirus-Pandemie gegeben werden", betonte Amnesty International.

Polizei beschwichtigt

Der philippinische Polizeichef Archie Gamboa beschwichtigte am Donnerstag, die Beamten würden Unruhestifter nicht erschießen. Der Präsident habe nur übertrieben.

Auf den Philippinen wurden bisher nach offiziellen Angaben 2.311 Infektions- und 96 Todesfälle gemeldet. Die Behörden haben aber gerade erst damit begonnen, umfassend zu testen. Deshalb wird mit einem Anstieg der Infektionsrate gerechnet.

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