Politik | Ausland
29.10.2018

Attentat in der tunesischen Hauptstadt

Bei einer Explosion im Zentrum von Tunis wurden mindestens neun Menschen verletzt.

Im Zentrum der tunesischen Hauptstadt Tunis ist es zu einer schweren Explosion gekommen. Eine Frau habe sich in der Nähe einer Polizeistreife auf der Avenue Bourguiba in die Luft gesprengt, hieß es am Montag aus Polizeikreisen. Mindestens acht Polizisten und ein Zivilist sind demnach bei dem Anschlag verletzt worden. Fotos im Internet zeigten eine riesige Rauchsäule über der Stadt.

Die zentrale Prachtstraße, an der sich das Innenministerium und mehrere internationale Hotels befinden, wurde abgesperrt. Zahlreiche Krankenwagen waren vor Ort.

Das österreichische Außenministerium rät Tunesien-Reisenden "das Zentrum zu verlassen, den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge zu leisten und Menschenansammlungen zu meiden". Aufgrund des Ausnahmezustandes sollte mit vermehrten Sicherheitskontrollen gerechnet werden.

Erstes Attentat seit drei Jahren

Es ist der erste Anschlag in der tunesischen Hauptstadt seit drei Jahren. Im November 2015 wurden bei einem Anschlag auf einen Bus der Präsidentengarde zwölf Menschen und der Attentäter getötet. Zuvor hatte es im gleichen Jahr einen Anschlag an einem Touristenstrand in Sousse und im bei Touristen beliebten Bardo-Museum in Tunis gegeben. Dabei starben knapp 60 Menschen.

Erst vor kurzem wurde der Ausnahmezustand in Tunesien verlängert. Vor allem in den Regionen an der algerischen und der libyschen Grenze kommt es immer wieder zu Angriffen und Anschlägen auf Sicherheitskräfte.