┬ę EPA/SERGEI ILNITSKY

Politik Ausland
07/16/2022

Atomkraftwerk Saporischschja als russisches Waffenlager genutzt

Waffen und Sprengstoff der russischen Besatzer werden im AKW am Ufer des Dnjepr gelagert, die Umgebung von dort aus beschossen.

Seit den ersten Wochen des Kriegs in der Ukraine ist Europas gr├Â├čtes Atomkraftwerk Saporischschja in der S├╝dostukraine von russischen Truppen besetzt. Petro Kotin, Pr├Ąsident des ukrainischen Atomenergiekonzerns Energoatom, berichtete nun in einem TV-Interview von der "extrem angespannten Lage" im AKW, das nach wie vor von ukrainischem Personal betrieben wird: "Die Besatzer bringen ihre Ger├Ątschaften dorthin, darunter Raketensysteme. Von dort aus beschie├čen sie die andere Seite des Dnjepr und das Gebiet um Nikopol. Sie kontrollieren den Umkreis, w├Ąhrend ihre schweren Maschinen und LKWs voller Waffen und Sprengstoff auf dem Gebiet des AKWs Saporischschja bleiben." 

Es werde nicht gen├╝gend Druck auf die russischen Truppen ausge├╝bt, das Gebiet rund ums AKW zu r├Ąumen, kritisiert er. "Die Internationale Atomenergiebeh├Âre (IAEA) spielt ein politisches Spiel, sie ├╝ben die Gratwanderung zwischen Russland und der Ukraine."

Kein IAEA-Besuch

Ein Kontrollbesuch des AKW durch die IAEA lehnt Kiew aber ab. Energoatom f├╝rchtet, dass ein IAEA-Besuch nur die Besatzung durch "Nuklear-Terroristen" legitimieren w├╝rde. Seit dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar hat keine offizielle Kontrolle mehr stattgefunden. Dies sei aber sehr wichtig f├╝r die allgemeine Sicherheit, betont Rafael Grossi, Vorsitzender der IAEA.

Er brachte auch seine Sorge ├╝ber die schweren und herausfordernden Bedingungen f├╝r die ukrainischen AKW-Arbeiter zum Ausdruck - und welchen Einfluss diese Umst├Ąnde auf die Sicherheit der Anlage h├Ątten. 

 

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