Nadija Sawtschenko könnte gegen russische Soldaten ausgetauscht werden

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Russland/Ukraine
02/11/2016

Anwalt überzeugt von Sawtschenkos baldiger Freilassung

Anwalt Mark Feygin bestätigt im KURIER-Gespräch Berichte zu einer Übereinkunft

von Stefan Schocher

Aus ukrainischer Sicht ist sie eine Heldin; in Russland hatten sie Staatsmedien als so etwas wie das personifizierte Böse dargestellt. Nadija Sawtschenko wird in der südrussischen Kleinstadt Donezk an der Grenze zur Ukraine derzeit der Prozess gemacht. Sie soll laut Anklage als Angehörige einer ukrainischen Freiwilligeneinheit in der Ostukraine für den Tod von zwei russischen Journalisten verantwortlich sein. Damit droht ihr lebenslange Haft. Welche Symbolkraft das Verfahen und sie selbst mittlerweile haben, wird durch den Umstand verdeutlicht, dass Sawtschenko 2014 als Listenerste der Partei Batkiwschtschyna ins Parlament in Kiew gewählt wurde.

Wie ihr Anwalt Mark Feygin in einem TV-Interview andeutete, gibt es jetzt aber einen Deal, dass Sawtschenko an die Ukraine ausgehändigt wird. Feygin bestätigt das gegenüber dem KURIER. Er spricht von einer "prinzipiellen Übereinkunft", dass Sawtschenko einige Monate nach Ende der Gerichtsprozeduren an Kiew übergeben werde. Er glaube, dass über die genauen Formalitäten noch verhandelt werde. Zwischen wem, könne er nicht sagen. Dass Sawtschenko freigesprochen werde, schließt er aber aus.

Austausch

Ein in der Vergangenheit immer wieder angedachter Weg wäre, dass Sawtschenko gegen zwei russische Soldaten ausgetauscht wird, die ukrainische Einheiten in der Ostukraine festgenommen hatten. Die beiden Männer hatten in Interviews bereitwillig darüber gesprochen, dass sie reguläre Angehörige der russischen Armee seien und als solche ganz regulär Befehle erhalten hätten. Moskau hatte das freilich wiederholt zurückgewiesen.

Feygin führt den Deal auf politischen Druck zurück. Legale Gründe hätten keine Rolle gespielt, nachdem der ganze Trubel um Sawtschenko von ihrer Festnahme über die Anklage bis hin zum Prozess ein einziger "Propaganda-Bluff" sei. Letztlich habe die ganze Geschichte dem Kreml mehr geschadet als genutzt.

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