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Politik Ausland
04/02/2019

113 Millionen Menschen mussten 2018 hungern

Weltbericht zu Nahrungsmittelkrisen: Lage in Afrika, Venezuela und im Nahen Osten besonders angespannt.

Mehr als 113 Millionen Menschen in 53 Ländern waren 2018 aufgrund von Kriegen und Klimakatastrophen akut vom Hunger bedroht. Betroffen sind vor allem der Jemen, die Demokratische Republik Kongo, Afghanistan und Syrien, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten diesjährigen UN-Weltbericht zu Nahrungsmittelkrisen.

Unverhältnismäßig stark betroffen seien die afrikanischen Staaten, sagte der Experte Dominique Bourgeon von der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Knapp 72 Millionen Menschen auf dem Kontinent litten an Hunger.

Hauptursachen für Lebensmittelknappheit sind laut FAO Kriege und Konflikte, gefolgt von Klima- oder Naturkatastrophen wie etwa Dürre und Überschwemmungen. Auch wirtschaftlichen Turbulenzen können zu akuten Nahrungsmittelproblemen führen.

Weniger als im Vorjahr

Verglichen zum Jahr 2017 hat die Zahl der Hungernden zwar um elf Millionen abgenommen, heißt es in dem Bericht weiter. Doch bleibe die Lage alarmierend, da die Zahl der Hungernden Jahr für Jahr bei über 100 Millionen liege und sich das angesichts der fortdauernden Krisen nicht ändern dürfte.

In ihrer aktuellen FAO-Studie blicken die Experten für 2019 besorgt auf die Krisenstaaten und ihre Nachbarn. Vor allem in Ägypten, Jordanien, im Libanon und in der Türkei, wo sich viele syrische Flüchtlinge aufhalten, sowie in Bangladesch, wohin hunderttausende Rohingya aus Myanmar geflüchtet sind, könnten die Nahrungsmittel immer knapper werden, warnten sie.

Auswirkungen von Venezuela

Auch die Krise in Venezuela verschärft demnach nicht nur die Ernährungssituation im eigenen Land, sondern wirkt sich auch auf die Nachbarstaaten Kolumbien, Ecuador und Peru aus. Sollte sich die politische Lage dort nicht bald entspannen, drohe der Nahrungsmittelnotfall.

Angesichts der verheerenden Zahlen nimmt Agrarexpertin Marita Wiggerthale von der Hilfsorganisation Oxfam die Bundesregierung in die Pflicht: Sie müsse "konsequent die menschenrechtlichen Risiken ihrer Handels- und Klimapolitik sowie ihrer Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft in der Entwicklungspolitik prüfen", forderte Wiggerthale." Kleinbäuerliche Produzenten in armen Ländern würden vom Markt gedrängt und ihre Lebensgrundlagen bedroht. "Die Bundesregierung muss alles daran setzen, diese Entwicklungen aufzuhalten", erklärte Wiggerthale.

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