© Patricia Haller

Politik
04/02/2012

Auf dem letzten Platz

Der Equal Pay Day hat Symbolkraft – in Österreich mehr als anderswo.

von Patricia Haller

Bei aller Skepsis gegenüber der EU: Sie bietet Statistiken, die die Mitgliedsstaaten vergleichbar machen – so gibt es auch Zahlen zu den Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern.

Laut jüngsten Daten von Eurostat teilt sich Österreich mit Tschechien den letzten Platz. Nach Brutto-Stundenlöhnen beträgt der Gehaltsunterschied, der die Chancengleichheit misst, hierzulande 25,5 Prozent. Bereinigt um Berufserfahrung, Schulabschluss, Branche, Firmengröße oder Stellung in der Unternehmenshierarchie bleibt laut WIFO immer noch ein "unerklärbarer" Rest von 13,5 Prozent. Bezogen auf einen Lebensverdienst ist das viel zu viel. Ganz zu schweigen davon, dass der Gehaltsunterschied eine geringere Pension bringt.

Eine WU-Studie hat gezeigt, dass sich Frauen bei gleichem Berufsverlauf wie ihre männlichen Kollegen von Mitte 20 bis Mitte 30 ein sattes Minus von 71.000 Euro erarbeiten – ohne Elternkarenz; mit Elternkarenz 96.000 Euro.

Der Equal Pay Day, der zeigt, wie lange Frauen pro Jahr unentgeltlich arbeiten, hat Symbolkraft. Und solange der Unterschied auch nur ein Prozent ausmacht, wird sich seine Funktion nicht erübrigen.

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