Politik
27.01.2012

Affen vor Kopfgeldjägern gerettet

Orang-Utans sind für die Betreiber von Palmöl-Plantagen nichts als Schädlinge.

85 Euro sind für einen Landarbeiter in Indonesien ein stattlicher Betrag. Genau so viel erhalten die Taglöhner auf den Palmöl-Plantagen auf der Insel Borneo für einen toten Orang-Utan. Schließlich sind die vom Aussterben bedrohten Menschenaffen für die Plantagenbetreiber nichts als Schädlinge, die Unordnung auf ihren Feldern schaffen und ihrer Ernte schaden.

Doch für die Orang-Utans sind die Palmfrüchte die einzige Möglichkeit, an Nahrung zu gelangen. Ihr eigentlicher Lebensraum, der tropische Tieflanddschungel, ist für die Plantagen brandgerodet worden. Auf immer kleinere Flecken Land zusammengedrängt sind sie hilflose Opfer für die Jäger. Die schießen meistens nur die Mütter ab, während die Affenbabys als lebendes Spielzeug in Indonesiens Städten verkauft werden.

Vier Pfoten

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat nun eine erste Rettungsaktion auf Borneo gestartet und einige Affen samt ihren Kindern gerettet und in ein geschütztes Regenwaldgebiet gebracht.

Zusätzlich erschwert wird der Kampf für die Menschenaffen durch die verbreitete Korruption bei Politikern. Zwar ist das Töten von Orang-Utans in Indonesien verboten, doch die ebenso vermögenden wie mächtigen Plantagenbesitzer stehen ohnehin über dem Gesetz. „Vier Pfoten“ will mit der Aktion auch die indonesische Öffentlichkeit aufrütteln und so Druck auf die Politik ausüben, die illegale Zerstörung der Regenwälder endlich zu stoppen.