29-jähriger Freerider starb in Tirol

Lukas Mannsberger
Foto: Privat Das letzte Foto von Lukas Mannsberger vor seinem Absturz

Zwei Niederösterreicher stürzten im steilen Gelände in die Tiefe. Einen Schutzengel hatte hingegen ein 31-Jähriger in OÖ.

Wir hatten schon öfters Angst um unseren Sohn. Aber bei seinem Skiausflug nach Tirol hatten wir eigentlich ein gutes Gefühl", sagt sein Vater Manfred unter Tränen. Doch für den Extremsportler Lukas Mannsberger aus Wöllersdorf in Niederösterreich endete eine Skitour mit Freunden in einer Tragödie. Der 29-Jährige starb, sein 24-jähriger Kollege Niklas R. wurde schwer verletzt. Ein 27-jähriger Innsbrucker musste mitansehen, wie seine Begleiter abstürzten.

Das Trio war im Skigebiet Obergurgl im freien Skiraum unterwegs. Eine letzte Abfahrt sollte sie über sehr steiles, felsiges Gelände in das Ferwalltal führen. "Der 24-Jährige fuhr als erster in die Rinne ein. Nach 100 Metern verlor er vor den Augen seiner Begleiter die Kontrolle über die Skier, stürzte etwa 150 Meter über teilweise senkrechtes Felsgelände ab", berichtet Alpinpolizist Wilhelm Auer.

Lukas Mannsberger wollte ihm zu Hilfe eilen, doch im immer steiler werdenden Gelände stürzte auch er ab. Der Innsbrucker versuchte verzweifelt, Rufkontakt herzustellen – vergeblich. Er musste sich erst ins Tal durchschlagen, um den Notruf abzusetzen. Aufgrund des gefährlichen Geländes entschloss sich die Crew zu einer Taubergung. Zunächst barg der Flugretter den 29-Jährigen. "Seine Verletzungen waren zu schwer. Ich habe sofort gesehen, dass er schon länger tot ist", schildert Gudrun Walter, die Notärztin des Martin 8.

Überlebt

Unglaubliches Glück hatte hingegen ein Snowboarder am Samstag in Oberösterreich. Der 31-jährige Joachim Wallner stürzte am Krippenstein fast 50 Meter tief in einen Doline. Der Freerider aus der Steiermark schlug drei, vier Mal auf schneebedeckten Felsvorsprüngen auf, sein Helm bewahrte ihn aber vor schweren Kopfverletzungen. Außerdem bremste ein Haufen Schnee, der in die Doline geweht worden war, den Sturz. Die Begleiter alarmierten die Bergrettung, ein Retter wurde abgeseilt, Wallner geborgen: "Er war in einem erstaunlich gutem Zustand. Wir waren alle überrascht", sagt Bergretter Alfred Höll. "Er hatte einen Schutzengel." Der Freerider hatte sich Brüche an Armen und Händen zugezogen, wurde aber bereits wieder aus dem Spital entlassen.

(kurier / S. Stecher, J. Zahrl, F. Neumüller) Erstellt am
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