100 Jahre Fo

Runder Geburtstag eines Clowns, der den Nobelpreis gewonnen hat.

Heute vor 100 Jahren kam der italienische Schauspieler und Autor Dario Fo auf die Welt. Einige seiner Komödien – meist zusammen mit seiner Frau Franca Rame entstanden – waren auch bei uns enorm erfolgreich, vor allem die anarchistische Farce „Bezahlt wird nicht!“ und „Offene Zweierbeziehung“, die Mutter aller modernen Paarstücke.

In Italien war der linke Clown Volksheld und Staatsfeind zugleich. Der Vatikan intervenierte gegen seine Stücke, in der RAI war er Persona non grata, und in den USA hatte er schon Einreiseverbot, als dort noch der harmlose Jimmy Carter Präsident war. Als Fo 1997 überraschend den Literaturnobelpreis gewann, sagte er: „Ich bin entsetzt.“

In einem seiner späten Stücke wird Silvio Berlusconi das Gehirn von Wladimir Putin eingesetzt. Weil minus mal minus plus ergibt, ist Berlusconi danach ein besserer Mensch. Heute wünschte man sich so eine Operation für Putin oder Trump, aber Doktor Fo ist leider seit zehn Jahren tot. Sein Credo ist aktuell wie eh und je: „Die Macht fürchtet nichts mehr als das Lachen, das Lächeln und den Spott.“

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