Auf ins 21. Jahrhundert!

Jensen Huang, Vorstandsvorsitzender von Nvidia, des wertvollsten Unternehmens der Welt, hatte bei der Entwicklungskonferenz diese Woche in San José, eine bittere und eine Hoffnung gebende Botschaft für die Europäer.
Ein lächelnder Mann mit grauem, gewelltem Haar und Anzug mit Krawatte.

Der Kontinent habe einst zwar bei der industriellen Revolution geführt, aber die IT-Revolution verpasst. Doch man könne noch auf die Entwicklung aufspringen.

Das sei die Chance. Deutschland solle die Künstliche Intelligenz (KI) annehmen und sie mit der Mechatronik verbinden.

Ähnlich sieht das Sepp Hochreiter, KI-Professor an der Linzer Kepleruniversität. „Die Industrialisierung der KI ist Europas große Chance“, sagte er im Interview mit dem OÖ KURIER (2. März 2025). Man müsse die KI mit den Ingenieurwissenschaften verbinden. Für Oberösterreich ist das eine besonders große Chance, bietet doch die Kepleruniversität als einzige in Österreich beides an: Mechatronik und KI. Dazu kommt noch die Digitaluniversität.

Moritz Schularick, Präsident des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft, hat in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung, die Probleme Deutschlands offen benannt, die auch auf Österreich und Oberösterreich zutreffen. „Wir haben im digitalen Bereich und in der Hochtechnologie den Anschluss verloren, vieles im Land funktioniert noch immer wie vor vierzig Jahren. Wir sind die Besten in den Technologien des 20. Jahrhunderts, aber nicht mehr in denen des 21. Jahrhunderts.“ Die „Dinosaurierindustrien wie Stahl, Grundlagenchemie und Verbrennerautos“ würden nicht die Wachstumstreiber der Zukunft sein.

Sepp Hochreiter benötigt in Linz Rechnerinfrastruktur und ein Institut, in dem Firmen und Universität zusammenkommen. Die Kasberglifte und die Flüge nach Frankfurt zu retten ist gut, aber wann setzt die Politik Zukunftsprojekte wie die Hochreiters um?

Kommentare