Toyota Hilux: Die "ewige Pritsche" wird elektrisch
Zusammenfassung
- Toyota bringt die neunte Generation des Hilux als Diesel mit Mildhybrid und erstmals auch als rein elektrische Variante (BEV).
- Der Elektro-Hilux bietet 257 km Reichweite, permanenten Allradantrieb, moderne Assistenzsysteme und kostet ab 67.890 Euro.
- Ab September in Österreich erhältlich, soll der BEV-Anteil bis 2028 auf 20 Prozent steigen; eine Wasserstoffversion ist für 2028 geplant.
Der Hilux von Toyota wird gern mit Attributen wie unverwüstlich bedacht, und gefühlt war der Pick-up immer schon da. Das Gefühl, dass der Hilux schon eine Ewigkeit zum Straßenbild gehört, liegt daran, dass es den Pritschenwagen seit 1968 gibt.
Toyota bringt nun die mittlerweile neunte Generation, und die ist eine Revolution, denn erstmals kommt der Hilux auch als BEV (also rein elektrische Version). Aber nicht nur. Toyota bietet den neuen Hilux bei uns als Diesel mit Mild-Hybrid und eben als BEV an. Es wird weltweit auch Märkte geben, in denen Toyota den Hilux auch nur als Verbrenner verkaufen wird.
Auch sonst hält Toyota die Varianten simpel. Es wird nur eine Karosserievariante geben, nämlich den Double Cab, und der Hilux verfügt grundsätzlich über Allradantrieb - beim Mildhybrid ist er wie gehabt zuschaltbar, der elektrische Hilux fährt mit permanentem Allrad.
Toyota Hilux: Links der Mildhybrid (erkennbaren an den Öffnungen vorne), rechts der Elektro-Hilux
Hilux BEV
Beginnen wir also gleich mit dem Elektro-Hilux. Hier arbeiten zwei Elektromotoren mit 144 kW/196 PS. Der Strom wird in einem 54-kWh-Lithium-Ionen-Akku (netto) gespeichert. Das klingt nicht nach viel, vor allem, wenn man den WLTP-Verbrauch hernimmt, der bei fast 25 kWh/100 km liegt und natürlich noch ansteigt, wenn der Hilux Offroad fährt und Gewicht schleppen muss. Die Reichweite beträgt entsprechend überschaubare 257 km. Bei Toyota sieht man das aber nicht als Problem und erklärt, dass die Kundschaft (z.B. Forstbetriebe oder Baufirmen) gar nicht mehr Reichweite benötigen und Langstreckentransporte mit so einem Pick-up ohnehin nicht vorgesehen sind. Das Interesse der angepeilten Kundschaft ist jedenfalls gegeben, erklärt man bei Toyota.
Wie fährt sich der Hilux als BEV? Durch den Elektroantrieb natürlich angenehm leise. Und Kraft ist durch den E-Antrieb auch jederzeit genügend vorhanden. Fährt man ins Gelände, braucht man weder den Allrad zuschalten noch ein Untersetzungsgetriebe aktivieren. Es wird alles über die Elektronik geregelt, der Fahrer hat ein Multi-Terrain-Select-System zur Verfügung, das die Elektronik für unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten anpasst (Mud, Dirt, Sand, Mogul und Rock), dazu kommt noch eine Bergabfahrkontrolle. Das funktioniert im Gelände wunderbar, und der elektrische Hilux fährt offroad so, wie man es von so einem Pick-up erwartet.
Toyota setzt beim Hilux wie gehabt auf einen Leiterrahmen. Im Fall des BEV wurde hier der Akku integriert und soll so auch bei härteren Offroad-Fahrten geschützt sein.
Die Wattiefe beträgt 700 mm, einen kleinen Abstrich gibt es bei der Bodenfreiheit. Diesbezüglich kommt der BEV auf 212 mm, beim Diesel-Hybrid sind es über 300 mm. Wo der Verbrenner noch die Nase vorn hat, sind Zuladung und Anhängelast - hier kommt der BEV auf 715 kg (über 1000 kg darf der Hybrid mitnehmen) bzw. 1.600 kg Anhängelast (3.500 kg beim Hybrid).
Was ist sonst neu? Der Hilux bekommt nun eine elektrische Servolenkung, die wirkt - vor allem, wenn man auf befestigten Straßen unterwegs ist - eher weich und indirekt. Das Interieur schaut nicht nach einem Arbeitstier aus. Der Fahrer hat zwei Bildschirme, mittig sitzt ein großer Touchscreen. Zwei-Zonen-Klimaanlage, Rückfahrkamera oder Smartphone-Konnektivität über Android Auto bzw. Apple CarPlay sind immer an Bord.
Zu den praktischen Neuerungen zählen die Trittstufen heckseitig und auch die Gasdruckdämpfer für die Heckklappe (in der besseren Ausstattung) empfindet man als angenehm.
Der elektrische Hilux kostet als Duty ab 67.890 Euro, und als besser ausgestatteter Executive ab 72.790 Euro.
Diesel-Mildhybrid
Alternativ dazu bietet Toyota den Hilux auch als Variante mit 2,8-Liter-Dieselmotor mit Mild-Hybridisierung über ein 48-Volt-System an. Der Motor leistet 204 PS und passt natürlich sehr gut zu einem Pick-up. Die Hybridisierung soll laut Toyota eine Spritersparnis von rund 5 Prozent bewirken. Dazu kombiniert Toyota eine 6-Gang-Automatik.
Geht es ins Gelände, wird der Allrad mittels Kippschalter zugeschaltet, so kommt man dann auch zu einer Untersetzung fürs Getriebe. Den Fahrmodi-Schalter für die verschiedenen Untergründe hat auch der Hybrid. Auf schlechten Straßen wirkt der Diesel etwas komfortabler gefedert als der BEV - das mag am geringeren Gewicht, aber auch an den unterschiedlichen Hinterachskonstruktionen liegen.
Die Preise für den Hilux mit Diesel-Hybrid beginnen bei 65.990 Euro (und es stehen vier Ausstattungslinien zur Wahl).
Der neue Hilux kommt im September nach Österreich, wobei natürlich der Diesel das Gros der Verkäufe ausmachen wird. Toyota rechnet aber damit, dass der Anteil des elektrischen Hilux bis 2028 auf rund 20 Prozent steigen wird. Stichwort 2028. Dann möchte Toyota den Hilux mit Brennstoffzelle und Wasserstoff-Antrieb auf den Markt bringen.
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