Endlich Allrad: Wie schlägt sich der Alfa Romeo Junior Ibrida Q4 im Test?

Alfa Romeo Junior Ibrida Q4
Der Junior ist Alfa Romeos kleinstes SUV. Als "Ibrida Q4" will er nun auch in der Allrad-Liga der Großen mitspielen.

Manchmal merkt man erst, wie sehr ein Auto Teil des Straßenbilds geworden ist, wenn es erwachsen wird. In europäischen Städten und Autobahnen ist der Alfa Romeo Junior schon seit geraumer Zeit unterwegs, meist als Fronttriebler, der eher unauffällig, aber zuverlässig durch Alltagstempo und Baustellenverkehr rollt.

Im Ibrida Q4 trifft die gleiche Grundidee nun auf Allradantrieb. Und plötzlich spielt der Italiener in einer anderen Liga: Denn unter der Bezeichnung Q4 verbirgt sich nicht einfach nur ein zusätzlicher Antrieb, sondern ein Konzept: Mit zwei Elektromotoren vorne und hinten verteilt der Junior zusätzlichen Elektro-Schub an all seine Räder. Das bringt nicht nur theoretisch vier Pfoten, sondern auch praktisch spürbar mehr Sicherheit auf rutschigen Straßen, wo die Basis-Variante mit Frontantrieb tapfer, aber eben nur von vorne zieht. Im Test war das in Kurven und auf wechselndem Untergrund ein spürbarer Vorteil in Sachen Antritt und Stabilität.

Der Motor selbst ist vertraut: Ein 1,2-Liter-Benziner erzeugt mit einem Mild-Hybrid-System 136 PS, unterstützt von einem Automatikgetriebe mit sechs Gängen. Für das kompakteste Alfa-SUV ist das genug, um den Alltag und die Überlandstrecke zu meistern. Der kombinierte Verbrauch bewegt sich dabei im Durchschnitt bei rund sechs Litern.

Alfa Romeo Junior Ibrida Q4

Das übersichtliche Cockpit lenkt nicht vom  Fahren ab.

Alfa Romeo Junior Ibrida Q4

Am Heck wirkt der Junior designtechnisch noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Alfa Romeo Junior Ibrida Q4

Die schwarze Lackierung verleiht dem Modell einen Hauch mehr Eleganz.

Allrad im Praxis-Test

Allrad klingt nach Staubpiste und Geröll, aber der Q4 Junior lebt diesen Vorteil auch im Alltag. Beim Anfahren aus engen Kreuzungswinkeln lässt er sich ruhiger und stabiler lenken, wenn der Asphalt noch feucht ist. Im "Natural"-Modus gleitet er entspannt durch den Verkehr, im "Dynamic"-Modus merkt man, wie sich die Kraft situativ verteilt und der Wagen lebendiger reagiert. Die Unterschiede zur Frontantriebs-Version sind nicht gigantisch, aber spürbar, insbesondere, wenn der Untergrund trickreich wird. In der Stadt wirkt der Junior agil, wendig und kompakt. Auf Landstraßen zeigt er seinen lebendigen Antritt, selbst bei einem kurzen Offroad-Ausflug schlägt er sich dank Q4 mehr als wacker.

Der Q4‑Junior bleibt dennoch ein Auto für den Alltag: Familienausflug, Pendeln, Wochenendtrip, ohne große Show, aber mit genug Temperament und Stil, um im Verkehrsalltag nicht übersehen zu werden.

INTENSA-Design, intensiver Preis

Alfa bleibt im Innenraum dem eigenen Stil treu: Die vergleichsweise kleinen Anzeigen und Bedienelemente wirken vertraut und übersichtlich, mit dem für Alfa typischen Blick für Proportionen und unkomplizierte Blickführung. In der INTENSA-Version mit "Leggenda"-Grill inklusive Retro-Schriftzug wirkt das Ganze noch ein wenig selbstbewusster.

Im Alfa-Programm bildet der Junior das untere Ende der SUV-Modelle, liegt damit unter dem Tonale und dem Stelvio. Preislich ist der Allrad-Junior in Österreich aber trotzdem nicht ganz billig: Die INTENSA Q4 Basisversion startet bei 33.525 Euro und liegt damit spürbar über der 29.980 Euro teuren Basis-Hybridausführung mit dem Frontantrieb. Zum Vergleich: Die rein elektrische Version "Junior Elettrica" beginnt (je nach Ausstattung) bei etwa 37.000 Euro.

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