Praxis-Test: Sitze für die Kleinen

Kinder sollten niemals in Autos zurückgelassen werden, die in der prallen Sonne stehen (Symbolbild).
KURIER-Redakteure über ihre Erfahrungen mit Auto-Kindersitzen.

Den Profi-Kindersitz-Test macht der ÖAMTC jedes Jahr. Da wird akribisch im Hinblick auf Sicherheit, Bedienung und Ergonomie geprüft. Auch heuer mit ziemlich guten Ergebnissen: von 23 getesteten Modellen bekamen 16 die Note „gut“, kein Sitz fiel mit „nicht genügend“ durch, aber die Note „sehr gut“ gab es auch nicht.

Die durchwegs guten Noten bei Kindersitzen sind wohl den strengen Gesetzesauflagen geschuldet: Man kann also nicht allzu viel falsch machen, beim Kauf. Wir haben den anderen Testweg gewählt und KURIER-Redakteure nach ihren Praxis-Erfahrungen mit ihren jeweiligen Kindersitzen gefragt. Da ist von Hassliebe bis purer Begeisterung alles dabei, von günstig bis teuer, von rosa bis schwarz. Klobig sind sie alle, die Bedienung ist durchaus unterschiedlich.

Praxis-Test: Sitze für die Kleinen

Maxi Cosi AxissFix, 4 Monate bis 4 Jahre (61 – 105 cm), 360 Grad drehbar,  ca. 320 Euro

Der Alltag: Wir besitzen den Kindersitz zwei Mal – und trotzdem baue ich ihn wöchentlich in andere Autos um. Das geht mittlerweile in drei Minuten: Sitz rein, Isofix einklinken, Top Tether anbringen, spannen bis die Anzeige grün wird, fertig. Unsere Charlotte sitzt seit dem 12. Monat in diesem Sitz, in der Stadt darf sie mittlerweile nach vorne schauen, Überland sitzt sie, obwohl fast zwei Jahre alt, mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Die Handhabung  ist supereinfach, der größte Clou ist, dass der Kindersitz  sich in alle Richtungen drehen lässt.  Das macht das An- und Festschnallen für uns einfach, die Kleine sitzt sehr gut drin und ist, weil Schalenkonstruktion  an den Seiten (i-size-sicher), gut geschützt.    

Plus: 360 Grad drehbar, sehr  stabile Qualität, in 3 Minuten montiert, i-size-Standard.
Minus: Schlafneigung nur gering verstellbar.   -Sandra Baierl

Praxis-Test: Sitze für die Kleinen

Storchenmühle Starlight SP, 5 Jahre alt,  Gruppe 1/2/3 für 9-18 kg, mit 5-Punkt-Gurt. Preis aktuell 69,90 Euro

Der Alltag: Der Kindersitz  ist nicht nur wegen seiner rosa Farbe bei unserer 4-jährigen Stephanie ein Star: Er ist ihr täglicher Begleiter, seit sie 1,5 Jahre alt ist, und wächst mit dem Kind mit. Wenn sie zum Auto kommt, klettert sie selbst hinein und freut sich auf die Autofahrt. Sie liebt den breiten, gemütlichen Sitz und kann darin auch bei längeren Autofahrten wunderbar schlafen. Der Sitz und das Kind werden einfach mit dem Autogurt angeschnallt. Sollte eine Autoreinigung anstehen, kann man ihn ohne (Rücken-) Probleme aus dem Auto heben. Besonders wichtig für unsere kleine Naschkatze ist es, dass sich der Stoff mit einem feuchten Tuch leicht reinigen lässt. Da freut sich auch die Mama.

Plus: breiter Sitz, rosa Farbe,  wächst mit, ist leicht zu reinigen und einzubauen.
Minus: unmodern, groß.   -Sylvia-Michaela Kirchberger

Praxis-Test: Sitze für die Kleinen

Cybex Sirona Z i-Size Platinum, 0 bis 4 Jahre (bis 105 cm, 18 kg). Sitz inkl. Basisstation  € 520,-; Optionale  Babyschale (bis maximal 18 Monate) um € 260,-

Der Alltag: Es ist eine Hassliebe   entstanden zum Autositz. Der Frust ist lange her und rührt von der Installation. So einfach wie in den   Videos des Herstellers (einhändig, quasi im Vorbeigehen) ist es nicht, bis alle  Schalter auf Grün springen. Ist die Montage  geschafft, spielt der Sitz alle Stückeln. Klar, die Magnete für den Gurt sind Luxus, den man aber rasch zu schätzen weiß beim Ein- und Aussteigen. Dank   Neugeborenen-Einlage funktioniert der Sitz ab Geburt, bei zarten Säuglingen empfiehlt sich die  Babyschale. Der Anschaffungspreis ist hoch, der Wiederverkaufswert jedoch auch.    

Plus: 360 Grad drehbar, viele Sitz- und Liegepositionen, rückwärts und vorwärts gerichtet verwendbar, Angurthilfe,   hochwertig verarbeitet.
Minus: teuer, ist kein Leichtgewicht, Erstmontage.  -Philipp Albrechtsberger

Praxis-Test: Sitze für die Kleinen

Britax Römer Dualfix M i-Size; 0 bis vier Jahre, schwarzer Stoffbezug, ab 400 Euro

Der Alltag: Wer billig kauft, kauft doppelt. Folgerichtig sind wir im zweiten Anlauf beim Britax Römer gelandet. Im Vergleich zu unserem ersten Modell – einem Maxi Cosi in der ÖAMTC-Leihvariante  –  ruckelt und wackelt hier nichts.    Sicherer geht  nicht, sagte die Verkäuferin. Für 400 Euro glaub’ ich ihr das gerne. Was aber fix stimmt: In unserem 14 Jahre alten Seat ist der Römer der sicherste Platz. Was er sonst noch kann? Er ist um 360 Grad drehbar, hat Sitz- und Liegeposition und ist – so sieht’s zumindest aus – extrem gemütlich. Den schwarzen Bezug kann man abziehen und waschen, er ist ohnehin sehr leicht zu reinigen. Ein kleines Manko:   Jetzt im Sommer heizt sich der Stoff   extrem auf. 

Plus: sicher; einfach zu bedienen; 360 Grad drehbar.
Minus: klobig und schwer, nur mit Isofix zu montieren;  sehr teuer.   -Karl Oberascher
 

Praxis-Test: Sitze für die Kleinen

Maxi Cosi Pearl Smart i-Size, 7 Monate alt, grau/schwarz, Stoffbezug, ab rund 180 Euro

Der Alltag: Elias versucht, alleine in seinen Kindersitz zu kraxeln. Mit einem Schwups wird er von Papa  hinein befördert. Elias strahlt. Er fühlt sich wohl in seinem Sitz. Und die Eltern sind froh, dass die Autofahrten  entspannt ablaufen. Der knapp Zweijährige sitzt gegen die Fahrtrichtung. Kein Problem für den kleinen Passagier. Er ist es ja noch von der Babyschale gewöhnt. Kleiner Nachteil mag sein, dass die Eltern ihr Kind nur sehen, wenn man noch einen Extra-Spiegel hinten anbringt. Und sind die Schuhe schmutzig, hat man  ein Andenken an den letzten Spielplatzbesuch auf der Rückbank. Lässt sich aber verhindern, wenn man eine Decke verwendet.   

Plus: einfache Montage auf der noch von der Babyschale vorhandenen  Fixier-Station;  Kind fühlt sich wohl.
Minus: schwer und sperrig, daher nicht so einfach bei der Reinigung.  -E. und R. Kleedorfer

Praxis-Test: Sitze für die Kleinen

Cybex Pallas S-Fix bzw. M-Fix, 9 Monate bis 12 Jahre, 9 - 36 kg, Isofix,  mehrere Farben, 249 - 299 Euro

Der Alltag: Fragt man nach diesem Sitz, lernt man zuerst das Wort „Fangkörper“. Das ist ein gepolsterter Block, der vor dem Kind mit dem Autogurt fixiert wird. Er soll bei einem Aufprall die einwirkenden Kräfte  besser verteilen. Das wirkt glaubwürdig.
Kinder scheren sich aber relativ wenig um Sicherheit, da geht’s um Bewegungsfreiheit. Daher ist eine Testfahrt vor dem Kauf stark zu empfehlen. Bei  unserem Philipp zeigte sich Liebe auf den ersten Blick, das zur Sicherheit mitgebrachte Kipferl konnte problemlos verspeist werden. Auch die kleine Elisabeth ist höchst zufrieden. Mittlerweile wage ich mir kaum die Reaktionen auszumalen, wenn die Fangkörper (ab einer Körpergröße von 105 cm) endgültig rausfliegen.

Plus: leichter Einbau, strahlt Sicherheit aus, gutes Design, wächst mit den Kindern mit.
Minus: Angurten kann etwas aufwendig sein.  -Peter Temel

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