Zwei neue Vespas im Test: So fahren sich die Sondermodelle
Sobald man selbst mit einer Vespa durch den Wiener Gürtel düst, sieht man sie plötzlich überall. In allen Farben und Modellvarianten. Aktuell fallen aber zwei besonders auf: die Jubiläumsedition Vespa Primavera 80th 125 in Pastellgrün und die limitierte 946 Horse aus der Lunar Collection.
Der KURIER macht den Fahrtest.
Vespa Primavera 80th 125
Die Jubiläumsedition zum 80. Geburtstag der Vespa gibt es um 6.199 Euro.
- Das gefällt: Gute Beschleunigung für eine 125er, wendig im Stadtverkehr. Klassisches Vespa-Gefühl im Retro-Look.
- Das gefällt nicht: Die blinkende ABS-Kontrollleuchte im Stand irritiert anfangs. Die Anzeige wirkt generell etwas unruhig.
Vespa 946 Horse
Limitierte Sonderedition aus der Lunar Collection gibt es um 12.499 Euro.
- Das gefällt: Sehr kontrolliertes Fahrgefühl und simples Design.
- Das gefällt nicht: Der harte Ledersitz ist auf längeren Strecken weniger bequem. Stauraum gibt es keinen – auch nicht unter dem Sitz.
Dolce Vita auf Rädern
Piaggio feiert 80 Jahre Vespa mit zwei Jubiläumseditionen: der Vespa GTS 80th 310 und der Vespa Primavera 80th 125 in Pastellgrün. Die Farbe ist den ersten Vespa-Modellen nachempfunden, aber auch weitere Details greifen die Geschichte der Marke auf: Das klassische Logo auf der Frontschürze wurde mit einer „80“ ergänzt, auf dem Handschuhfach sitzt eine Jubiläumsplakette, und die 12-Zoll-Felgen sind von frühen Vespas inspiriert.
Gleichzeitig bringt die Primavera moderne Technik mit. Der Roller lässt sich schlüsselfrei bedienen und per „MIA“ mit dem Smartphone verbinden – die Infos erscheinen auf der Vollfarben-LCD-Anzeige.
Angetrieben wird die Vespa Primavera 80th von einem Euro 5+ i-get-Motor mit 125 ccm und drei Ventilen. Laut Hersteller soll er besonders sparsam sein. Das kann der KURIER bestätigen: Viel verbraucht sie nicht. Dazu kommen ein hydraulischer Mono-Stoßdämpfer, Scheibenbremsen vorne und hinten sowie ein Einkanal-ABS. Wobei die stetig blinkende ABS-Kontrollleuchte im Stand anfangs etwas irritiert.
Auf der Straße fühlt sich die Primavera lebendig an. Der Sitz ist weich gepolstert und bequem, die Beschleunigung ordentlich für eine 125er. An der Ampel kommt sie flott weg. Die Bremse greift schnell und kräftig. Und dann ist da noch dieses typische Vespa-Gefühl: Die Primavera macht wach, wirkt abenteuerlustig und lässt den Wiener Gürtel zumindest für einen Moment weniger nach tristem Alltag aussehen.
Umso überraschender war der Umstieg auf die Vespa 946 Horse.
Sattelfest unterwegs
Die Vespa 946 Horse wirkt massiver, eleganter und deutlich erwachsener. Die Strandküsten-Stimmung der Primavera wird hier gegen eine edle Altstadt-Ästhetik getauscht. Sie gehört zur Lunar Collection, inspiriert vom chinesischen Mondkalender. Sie ist eine limitierte Sonderedition zum Jahr des Pferdes und bringt passende Extras mit, wie etwa das V-Monogramm auf einem goldenen Hufeisen unter dem Sitz. Die dunkelbraune Farbe „Bay“ soll an Pferdefell erinnern, der handgefertigte Ledersitz an einen Sattel.
Die harte Oberfläche zwingt dazu, entsprechend aufrecht zu sitzen, was bei längeren Strecken zugegeben nicht unbedingt bequemer ist. Sie fährt sich dafür fließender als die Primavera, wirkt insgesamt ruhiger und kontrollierter. Ein eher gleitendes Fahrerlebnis, allerdings ohne besonders viel Druck beim Beschleunigen. Technisch setzt auch sie auf einen 125-ccm-Motor, Scheibenbremsen vorne und hinten sowie ABS, hier allerdings als Zweikanal-System. Dazu kommen eine vollständige LED-Beleuchtung und eine Anzeige, die etwas altmodischer wirkt: ein digitaler Tacho.
Es ist ein gewöhnungsbedürftiger, aber nicht minder großer Spaß – allein schon wegen des außergewöhnlichen Looks.
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