Mercedes G im Härtetest: Über Stock und Stein zum Gipfel

Mercedes G im Härtetest: Über Stock und Stein zum Gipfel
Auch das neue G-Modell kommt an der harten Schöckl-Prüfung nicht vorbei.

Seit der Zeit des Haflinger und Pinzgauer in den 1950er-Jahren dürfen Testfahrer von Magna, früher Steyr Daimler Puch, über Stock und Stein die letzten 600 Höhenmeter bis knapp zum Gipfel des Schöckl, des Grazer Hausberges, Geländewagen testen.

- Testlauf Mehr als 320-mal passierte etwa auch der neue Mercedes G diese Strecke im Rahmen des üblichen Dauerlaufs. Was das für Fahrer und Fahrzeug heißt, konnten Journalisten vor Kurzem selbst erleben. Eine beeindruckende Selbsterfahrung, unübertroffen ist aber die Bergabfahrt mit einem Profi.

- Tipps Bei der Bergauffahrt gaben die Werksfahrer vom Beifahrersitz aus wertvolle Tipps, die generell für Geländefahrten gelten:

Um extreme Schrägfahrten sicher zu bewältigen, weder bergauf noch bergab lenken, sondern das Lenkrad gerade halten.

Um die im Gelände besonders „bedrohten“ Reifen zu schonen, lieber über größere Hindernisse drüberfahren, anstatt sich am Felsbrocken vorbeizuquetschen, was für die Flanken der Reifen selten gut ausgeht.

Kommt das Auto in einem extremen Steilstück zu stehen und hat keinen Handbremshebel, dann mit linkem Fuß auf das Bremspedal treten und mit dem rechten Fuß leicht Gas geben (bis ca. 1200 U/min). Am Gas bleiben und dann sanft die Bremse lösen. Das verhindert, dass beim Anfahren der Motor abstirbt, womit auch die Servounterstützung für die Lenkung sowie in Folge die Bremskraftunterstützung ausfällt und das Auto dann unkontrolliert rückwärts bergab rollt.

- Sperren Was die Bedienung der Sperren betrifft, so ist das nun alles kinderleicht, wie unser Testfahrer betont. Als Erstes ist das Untersetzungsgetriebe zu aktivieren, auch während der Fahrt bis 40 km/h, indem der Ganghebel auf „N“ gestellt und dann der Knopf für „Low Range“ gedrückt wird. Dann kommen die Sperren: Als Erstes das Zentraldifferenzial (der mittlere Schalter), dann die hintere Sperre und schließlich die vordere Sperre für ein Optimum an Geländegängigkeit. Eine umgekehrte Reihenfolge ist nicht mehr möglich. Sobald wieder normalere Fahrbahnzustände herrschen und vor allem Kurven zu fahren sind, müssen die vordere und hintere Sperre deaktiviert werden.

Mercedes G im Härtetest: Über Stock und Stein zum Gipfel

Daten und Fakten

Antrieb V8-Benziner, 3982 , 422 PS bei 5250– 5500 U/min, 610 Nm bei 2250–4750 U/min, permanenter Allradantrieb, Basislastverteilung 40/60 (v/h), 9-Gang-Automatik, Abgasnorm 6d Temp, Partikelfilter. Weitere Versionen: V8-Benziner mit 585 PS (AMG G 63), Diesel folgt ’19.

Fahrwerk Vorne Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkerachse, hinten Starrachse, innen belüftete Scheibenbremsen, ABS, ESP.

Fahrleistungen 0–100: 5,9 sec, 210 km/h Spitze, Verbrauch NEFZ (v. WLTP-Norm zurückgerechnet) 11,1 l/100 km, 263 g/km .

Geländeeigenschaften Steigfähigkeit bis zu 100%, Bodenfreiheit 241 mm (+6 mm), Wattiefe 700 mm (+100 mm), Schräglagen bis 35 Grad (+7 Grad), Böschungswinkel v/h 31/30 Grad, Rampenwinkel 26 Grad (+1 Grad).

Maße L x B x H 4817 (+53) x 1931 (+131) x 1969 mm, Radstand 2890 mm, Ladevolumen 454–1941 l, Gewicht 2429 kg, Gesamtgewicht 3150 kg.

Preis ab 142.490 €.

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