Nissan Micra: Elektrischer Neustart im Kleinwagensegment
Für vier Jahre war Pause: Nissan stellte 2022 kosten- und nachfragebedingt die Produktion seines Micra ein. Doch nun ist er wieder zurück. In der mittlerweile sechsten Generation, aber in einem wesentlichen Punkt stark verändert – es gibt ihn ausschließlich rein elektrisch. Das Basisziel ist jedoch gleich geblieben – ein wendiger, angenehm zu fahrender Kleinwagen, der sich mit knapp vier Metern Länge und 1,77 Metern Breite speziell für den Stadtverkehr eignet.
Der technische Bruder des Renault 5 hat optisch eine andere Ausrichtung als der Franzose, der auf klassische, fast schon Retro-Elemente setzt. Beim Micra soll das gesamte Erscheinungsbild moderner, aerodynamischer und robuster erscheinen. Auf den ersten Blick stechen zunächst die kreisrunden LED-Scheinwerfer vorne und hinten hervor, die die rechteckigen Hauptscheinwerfer umfassen.
Der gesamte Auftritt wirkt sportlicher, etwa durch robuste 18-Zoll-Räder oder auch in Form der hinteren Türgriffe, die wie schon beim Vorgänger oben im Bereich der C-Säule versteckt sind. Der umklappbare Kofferraum (bis zu 1.106 Liter statt 326) bietet für einen Wagen dieser Größe ausreichend Platz, was man über die Rückbank nur bedingt sagen kann. Aber ok, bei einem Auto dieser Größe muss es irgendwo Abstriche geben.
Im Innenraum gibt es im Vergleich zur Vorgängergeneration größere Displays, weniger klassische Knöpfe und ein deutlich zeitgemäßeres Armaturenbrett. Das Assistenzsystem Google built-in trägt zum Komfort bei, ebenso wie der ProPilot Park, der selbstständig lenkt, bremst und einparkt.
Nervig: Die Gangwahl befindet sich rechts vom Lenkrad, zu knapp neben dem Hebel für den Scheibenwischer. Ein unbeabsichtigtes Aktivieren ist garantiert. Ähnlich die Position zum Öffnen der Seitenscheiben – statt jene auf der Fahrerseite öffnet sich öfters jene hinter dem Fahrersitz.
Antrieb
Beim Fahren als ziemlich bequem erweist sich das beim Micra stark ausgeprägte One-Pedal-Driving mit Rekuperation, das bei Nissan E-Pedal heißt. Dabei fährt man über Wippen am Lenkrad fast nur mit dem Gaspedal, beim Loslassen verzögert das Auto automatisch.
Laut Nissan sind 100 km/h in acht Sekunden zu schaffen. Die Power ist somit gegeben, das Durchhaltevermögen eher weniger. Denn die Reichweite beträgt bei einer Motorisierung von 122 oder 150 PS mit 40 oder 52 kW/h-Akku auf dem Papier bis zu 317 bzw. 416 Kilometer. In der Praxis sind schon Autobahnfahrten mit nicht übermäßig hoher Geschwindigkeit knallharte Reichweitenfresser. Vorsorglich riegelt der Micra bei 150 km/h ab.
Ambitioniert für einen Kleinwagen erweist sich der Preis. Je nach Variante (es gibt nur vier) fallen 28.000 Euro bis 34.000 Euro an.
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