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Bessere Straßen oder Tempolimit: Was verhindert Unfälle auf Freilandstraßen?

63 Prozent aller Verkehrstoten kommen auf Freilandstraßen ums Leben. Woran das liegt und wie man für mehr Sicherheit sorgen könnte.
Blumen und Kerzen am Unfallort

Zusammenfassung

  • 63 Prozent aller Verkehrstoten 2024 ereigneten sich auf Freilandstraßen, wobei Abkommensunfälle ein Drittel der Todesfälle ausmachen.
  • Wildwechsel, unübersichtliche Kreuzungen und verschmutzte Fahrbahnen werden als größte Gefahren wahrgenommen, während das Risiko durch Bäume am Straßenrand unterschätzt wird.
  • Verbesserungen bei Fahrbahnbeschaffenheit und Markierungen werden bevorzugt, während Tempolimits und Überwachung wenig Zustimmung finden; Eigenverantwortung bleibt entscheidend.

Freilandstraßen gelten für viele als attraktive Fahrstrecken, bergen jedoch erhebliche Risiken: Allein im Jahr 2024 kamen 63 Prozent aller Verkehrstoten auf Freilandstraßen ums Leben. 

Eine Analyse des Zeitraums 2020 bis 2024 zeigt zudem, dass rund ein Drittel der Verstorbenen bei sogenannten Abkommensunfällen tödlich verunglückte: "In diesem Zeitraum verloren auf Freilandstraßen im Schnitt 84 Menschen pro Jahr ihr Leben, nachdem sie mit ihrem Fahrzeug von der Straße abgekommen waren", erklärt David Nosé, Verkehrstechniker beim ÖAMTC. Ursachen für Abkommensunfälle seien vor allem Unachtsamkeit und Ablenkung, verschmutzte oder rutschige Fahrbahnen sowie nicht angepasste Geschwindigkeit.

Gefahr auf Freilandstraßen

Eine repräsentative ÖAMTC-Umfrage, die kürzlich durchgeführt wurde, zeigt: Wildwechsel sowie unübersichtliche Kreuzungen und Einmündungen (je 88 Prozent) werden als größte Gefahren auf Freilandstraßen wahrgenommen. Ebenfalls häufig genannt werden verschmutzte Fahrbahnen (82 Prozent) und mangelhafte Straßenoberflächen (77 Prozent).

Bäume am Fahrbahnrand oder Alleen werden hingegen deutlich seltener als Risiken eingeschätzt – obwohl sie bei Unfällen zu besonders schweren Folgen führen können. "Rund ein Drittel aller Unfälle auf Freilandstraßen sind Abkommensunfälle, bei denen die Fahrzeuge auf fixe Objekte aufprallen – oft mit gravierenden Konsequenzen. Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage zeigen, dass das Gefahrenpotential von Objekten am Straßenrand – insbesondere das von Bäumen – vielfach unterschätzt wird", so Nosé. 

Als Grund nennt der ÖAMTC-Experte etwa, dass baumgesäumte Straßen für viele Verkehrsteilnehmer einfach alltäglich seien und daher nicht als überraschende Gefahr gelten.

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sprechen sich die Befragten vor allem für sauberere Fahrbahnen, bessere Straßenbeläge und klar erkennbare Bodenmarkierungen aus. Wenig Zustimmung gibt es hingegen für eine generelle Senkung des Tempolimits auf Freilandstraßen. "Verstärkte Überwachungsmaßnahmen von Verkehrsteilnehmern werden von den Befragten ebenfalls als ungeeignet eingestuft", ergänzt der ÖAMTC-Experte.

Infrastruktur und Eigenverantwortung entscheidend

Da menschliche Fehler nach wie vor Hauptursache für viele Unfälle sind, gewinnt eine "fehlerverzeihende" Straßeninfrastruktur zunehmend an Bedeutung. "Was für Straßenhalte daher noch stärker in den Fokus rücken sollte, ist eine konsequente Kontrolle und laufende Verbesserung des Straßenzustandes sowie der technischen Ausstattung gemäß der Verkehrssicherheitsstrategie des Bundesministeriums", betont Nosé.

Gleichzeitig bleibt das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ein entscheidender Faktor: Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und eine defensive Fahrweise tragen wesentlich dazu bei, Risiken zu reduzieren. "Selbst die beste Infrastruktur kann menschliche Fehler nicht vollständig kompensieren. Umso wichtiger ist es, dass Lenker auf Freilandstraßen besonders konzentriert und verantwortungsvoll unterwegs sind und immer eine den Straßenverhältnissen angepasste Geschwindigkeit wählen", so der ÖAMTC-Experte abschließend.

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