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E-Auto-Reichweiten: Kann man den Herstellerangaben vertrauen?

Wie weit kommen Elektroautos im Alltag wirklich? Der weltweit größte Praxistest für Elektroauto-Reichweiten gibt Antworten.
ÖAMTC

Zusammenfassung

  • ÖAMTC und NAF testeten beim „El Prix“ 24 E-Auto-Modelle unter realistischen Sommerbedingungen, um die tatsächliche Reichweite vergleichbar zu ermitteln.
  • Die realen Reichweiten lagen im Schnitt nur 0,2 Prozent unter den offiziellen WLTP-Angaben, zwölf Fahrzeuge erreichten oder übertrafen ihren Herstellerwert.
  • Die größte positive Abweichung erzielte der Xpeng X9 mit plus 11,4 Prozent, während der MG IM6 mit minus 11,7 Prozent am deutlichsten unter dem WLTP-Wert blieb.

Wie weit kommt ein Elektroauto wirklich? Diese Frage beschäftigt viele Autofahrer – und sorgt immer wieder für Diskussionen über die Aussagekraft der offiziellen Reichweitenangaben. 

Der ÖAMTC hat Anfang Juni gemeinsam mit seinem norwegischen Partnerclub NAF den weltweit größten Praxistest für Elektroauto-Reichweiten durchgeführt. Beim sogenannten „El Prix“ wurden 24 aktuelle Modelle unter realistischen Bedingungen im Sommer getestet. Nachzulesen hier.

Dabei stellt sich auch die Frage: Wie viel Aussagekraft haben die offiziellen Reichweitenangaben mittlerweile?

Stimmen die Angaben?

Das erklärte Ziel von „El Prix“ ist, die reale Reichweite unter vergleichbaren Bedingungen zu ermitteln und Konsumenten damit eine verlässliche Orientierung zu bieten. Bei Temperaturen zwischen 13 und 18 Grad Celsius wurden die Fahrzeuge im Minutenabstand auf die Strecke geschickt und absolvierten dieselbe Route. Von Stadtverkehr bis Autobahn war beinahe alles dabei, zur besseren Vergleichbarkeit wurde zudem die Klimaanlage in allen Autos auf 20 Grad Celsius eingestellt. Gefahren wurde so lange, bis die Fahrzeuge ihre Leistung nicht mehr aufrechterhalten konnten.

„Die tatsächlichen Reichweiten lagen im Schnitt nahezu exakt auf dem Niveau der offiziellen WLTP-Angaben“, fasst ÖAMTC-Techniker Florian Merker das Ergebnis zusammen.

Die Auswertung zeigt insgesamt ein konsistentes Bild: Zwölf der 24 getesteten Fahrzeuge erreichten ihre WLTP-Angabe oder übertrafen sie sogar. Die größte positive Abweichung lag bei plus 11,4 Prozent, die größte negative bei minus 11,7 Prozent. 

Nur 0,2 Prozent unter dem WLTP-Wert

Im Durchschnitt lag die tatsächliche Reichweite nur 0,2 Prozent unter dem WLTP-Wert. „Der Test zeigt, dass die offiziellen Reichweitenangaben mittlerweile eine hohe Aussagekraft haben“, sagt Merker. „Unter realistischen Bedingungen liegen die meisten Fahrzeuge sehr nahe an den Herstellerangaben. Das erleichtert Konsument:innen die Einschätzung im Alltag.“ 

Neben bereits in Österreich erhältlichen Fahrzeugen wurden auch Modelle getestet, die hierzulande noch nicht verfügbar sind. Dazu zählen etwa der Changan Deepal S05, der Dongfeng Vigo, der Lucid Gravity oder der MG IM6.

Die Analyse der einzelnen Ergebnisse zeigt, dass der Xpeng X9 mit plus 11,4 Prozent die größte positive Abweichung erzielte, wohingegen der MG IM6 mit minus 11,7 Prozent am weitesten unter dem WLTP-Wert lag. Aber auch Fahrzeuge europäischer Hersteller, darunter BMW, Mercedes-Benz oder Polestar, bewegten sich überwiegend rund um ihre offiziellen Angaben.

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