Meinung
01/21/2019

Zeit für ein bisschen Symbolpolitik

Wie schön, dass die Wiener keine anderen Sorgen haben.

Die Genese der gefühlt x-ten Neuauflage des Heumarkt-Streits entbehrt nicht einer gewissen Komik: Stammt doch das Gutachten ausgerechnet vom Ex-Grünen Wolfgang Zinggl, der damit dem türkisen Kulturminister und Wien-Wahlkämpfer Gernot Blümel eine Steilvorlage liefert, sich als Bundespolitiker in die rot-grüne Stadtpolitik einzumischen. Zinggl liefert damit ein Lehrbeispiel, wie man parteipolitischen Trennungsschmerz breitenwirksam verarbeiten kann. Dass sich mit der Welterbe-Debatte nur leere Symbolpolitik betreiben lässt, stellt übrigens kein Hindernis dar. Im Gegenteil. An einem Tag, an dem die Stadt-Roten eine Pressekonferenz mit lauter alten Hüten veranstalten, passt es sogar gut ins politische Gesamtbild.

Wie schön, dass die Wiener keine anderen Sorgen haben.