© Kurt Widhalm

Gastkommentar
12/17/2020

Wo ist unser Drosten?

Wie man die Corona-Krise medizinisch überstehen kann

Die Situation der letzten Tage, wie die Lockerung des Lockdowns, die Testungen, Schulöffnungen, Hotelschließungen, Öffnen der Skipisten, die kommenden Impfungen und die darüber laufenden Diskussionen zeigen deutlich das Fehlen einer kompetenten Person, wie Anthony Fauci, ein Immunologe, der seit Reagan alle Präsidenten in den USA berät oder der Virologe Christian Drosten in Deutschland – er zählt zu den meist zitierten Forschern in der Corona-Pandemie und berät Politik und Medien.

Ein Grund für die Verwirrung bzw. die Nichtakzeptanz der Maßnahmen ist, dass zu viele „Experten“, die meist nur einen Teilaspekt der Problematik überblicken, ihre Meinungen in den verschiedensten Medien preisgeben.

Es fehlt aber eine koordinierende Person mit hoher fachlicher Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Charisma, die der Bevölkerung klar und deutlich erklärt, worum es geht: Es gibt infizierte Menschen, die fast keine Symptome haben, aber andere infizieren können; es gibt auch Menschen, die aus uns derzeit noch nicht ausreichend bekannten Gründen schwer erkranken und daran eventuell sogar sterben.

Das unterscheidet Covid fundamental von anderen Virusinfektionen, wie zum Beispiel der Influenza. Das Virus lässt sich derzeit nur durch Unterbrechung der Infektionskette eindämmen.

Momentaufnahme

Routinetests, die ein negatives Ergebnis zeigen, sind nur eine Momentaufnahme. Die verordneten Maßnahmen wie Abstand, Meiden von sozialen Kontakten, Hygiene und Mund und Nasenschutz sind nachweisbar wirksam.

Asymptomatische Kinder können – wie internationale und die Untersuchung von Prof. Wagner aus Wien klar zeigen – Infektionsüberträger sein. Die in Kürze verfügbaren Impfstoffe sind von den Arzneibehörden streng überprüft und wie andere Impfstoffe, die zur Ausrottung bzw. Eindämmung von schrecklichen Erkrankungen, wie Tuberkulose, Pocken, Poliomyelitis , Keuchhusten, Masern, Röteln, Meningitis etc. geführt haben, mit großer Wahrscheinlichkeit mit vernachlässigbaren Nebenwirkungen verbunden – vor allem, wenn man sie mit dem Durchmachen der Krankheit vergleicht.

Die soziologische Forschung zeigt, dass zur Einhaltung von präventiven Maßnahmen neben einer klaren Information auch Mechanismen wie „Nudging“ (zu deutsch etwa: In die richtige Richtung stupsen, Anm.),oder „Incentives“ (= Anreize) notwendig sind.

Beispiele sind hier die Untersuchungen im Mutter-Kind-Pass, die bei Absolvierung mit einer finanziellen Zuwendung belohnt werden.

Man könnte z. B. Gesundheitspersonal, das sich impfen lässt, in irgendeiner Weise belohnen; das wäre ethisch sehr wohl gerechtfertigt.

Univ-Prof. Dr. Kurt Widhalm ist Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde.

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