Meinung
05/22/2021

Vorkehrungen treffen

Im Falle einer Scheidung zeigt sich oft, wie fatal die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Partner ist. Drum regle, wer sich (ewig) bindet ...

von Sandra Baierl

Schöne Scheidungen gibt es nicht, auch wenn sie noch so konsensual ablaufen. Immer geht dabei etwas Großes zu Bruch, immer geht es um Emotionen und Verlust, Aufteilung und Trennung, Ende und Neuanfang.

Umso mehr, wenn es eine berufliche Verflechtung gibt oder eine/r zugunsten des anderen auf das berufliche Vorankommen verzichtet hat. Klischee hin oder her: In der Praxis ist es meistens sie, die ihm den Rücken freihält, die sich um Haushalt und Kinder kümmert, während er im Job reüssiert. In Unternehmerfamilien gibt es oftmals die Abmachung, dass ihm die Firma (oder die Ordination oder der Bauernhof) gehört, sie mitarbeitet, manchmal nicht mal gegen Bezahlung, manchmal nicht mal angemeldet (was wertvolle Versicherungs- und Pensionsmonate kostet). Im Fall des Falles ist dann alles noch komplizierter, weil es nicht nur um die private Trennung geht, sondern auch noch um Firmenvermögen und mitunter viel Geld. Und für den wirtschaftlich Schwächeren (wieder vermehrt die Frauen) um die Existenz. Was in den Jahren der Ehe eine praktikable Lösung war – nämlich: mit ihm mitzuschwingen, von ihm abhängig zu sein – wird im Falle der Scheidung zur Bedrohung.

Auffallend dabei ist, wie blauäugig viele Frauen sind, wenn es um ihre finanziellen und wirtschaftlichen Interessen geht. In rosaroten Zeiten ist es für viele nicht angebracht, Regelungen für den Ernstfall zu treffen – ist ja auch total unromantisch. Wenn’s dann aber passiert, ist es leider zu spät. Verdienstentgang, erbrachte Arbeitsleistungen, Verzicht – all das lässt sich nach Jahren oft nur sehr schwer rekonstruieren und beweisen. Wichtig ist, „...dass man rechtzeitig drauf schaut, dass man’s hat, wenn man’s braucht.“ Gilt immer noch, bei allen Vorsorgen.

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