Meinung
02/08/2020

Vier gewinnt?

Wenn sich vier Generationen unter einem Unternehmensdach treffen, wird es spannend. Ein Blick auf sehr verschiedene Mitarbeitertypen.

von Sandra Baierl

Ja, eh, Teams funktionieren dann am besten, wenn alle gemeinsam am selben Strang ziehen. Und Teams sind dann erfolgreich, wenn sie möglichst heterogen und bunt durchgemischt sind. Ja, eh.

Im Arbeitsalltag kann das mitunter durchaus funktionieren. Realistischer aber ist, dass es zwischen den verschiedenen Menschen in einem Unternehmen auch viele Unstimmigkeiten gibt. Aktuell ist diese Wahrscheinlichkeit besonders groß, denn es treffen gerade – ein seltenes Phänomen – besonders viele Generationen auf dem Arbeitsmarkt zusammen: Babyboomer und X, Y und Z.

Vier Generationen also, die einander in einem Arbeitsraum begegnen können – und dann wird es spannend. Weil jeder Vertreter seiner Alterskohorte eine andere Sicht auf die Welt hat. Von anderen Rahmenbedingungen geprägt wurde, einen anderen Arbeitsethos in sich trägt.

Nicht zuletzt weil die verschiedenen Generationen oft auch noch sehr unterschiedliche Arbeitsverträge haben, und es zudem oft massive Einkommensdifferenzen gibt – bedingt auch, aber nicht nur durch lange Betriebszugehörigkeiten.

Zwist gab es immer, die Kluft ist heute nur größer

Nun könnte man sagen, Zwiste zwischen den Generationen hat es immer schon gegeben und auch die Zusammenarbeit zwischen Jung und Älter war nie einfach. Stimmt sicher, aber die Kluft tut sich auch deshalb stärker auf, weil die Entwicklungen in den Jobs so rasant sind, Geschwindigkeit und Arbeitspensum stark zugenommen haben.

Das ist für Ältere zum Teil schwer zu nehmen. Und für die Jungen macht das den Einstieg auch nicht leichter. Es helfen Toleranz und Geduld, die Probleme wachsen sich aus. Babyboomer gehen in Pension und die jungen Generationen werden auch älter. Auf Z soll übrigens die Generation Alpha folgen. Und wie die einmal sein werden, weiß heute niemand.