Meinung
26.05.2017

Tsunami und Ziegen-Yoga

Fürs Yoga muss man nicht um die halbe Welt jetten. In Kärnten gibt es jetzt Ziegen-Yoga.

Fürs Yoga muss man nicht um die halbe Welt jetten. In Kärnten gibt es jetzt Ziegen-Yoga.

Mag. Simone Hoepke | über Formulare Ziegen-Yoga

"Wir stehen vor einem Tsunami an Daten. Wir haben zu viele Informationen", sagt der Anti-Terror-Koordinator mit ernster Miene in die ORF-Kamera. Ich weiß nicht, was der Herr Terror-Koordinator genau macht, aber ich fühle mich persönlich angesprochen.

Ich hab schon viele Formular ausgefüllt, die einem Daten-Tsunami gleich kommen. Oft, weil ich um ein Visum angesucht habe. Das endet verlässlich darin, dass man bis zur Unterhosenfarbe der Großmutter alles angeben muss. Neuerdings gerne auch online.

Ich weiß nicht, was die Beamten mit all den Infos machen. Wie der Terror-Experte fürchte ich aber, dass sie darin untergehen. So gesehen fühl ich mich fast mitverantwortlich dafür, dass diese Woche 400 Anti-Terror-Experten in die Wiener Hofburg geeilt sind.

Währenddessen hab ich es geschafft, mein halbes Leben und sämtliche Kontakte in ein Online-Antragsformular zu pressen, um am Ende festzustellen, dass die Visum-Gebühren auf der Web-Seite doppelt so hoch sind als anderswo. Hab den Antrag abgebrochen. Es schrillt mein Telefon. Dran war ein Inder, der Wert darauf gelegt hätte, dass ich den Betrag zahle.

Ich hab das Visum jetzt von anderer Stelle zum regulären Preis. Dort fragte man mich, was mich nach Indien treibt. Verwandtenbesuche? Sightseeing? Yoga? Für einen dieser drei Punkte musste ich mich entscheiden.

Ich finde, fürs Yoga muss man nicht um die halbe Welt jetten. Es reicht ein Trip nach Kärnten, zum Faaker See. Dort, in Outschena, gibt es jetzt Ziegen-Yoga.

Das Auto lässt der Yogi am Parkplatz direkt hinter dem "Schau rein ins Tal der Gesetzlosen"-Ortsschild stehen. Dann sucht er sich eine Ziege und einen Platz auf der bunten "Entspannungswiese". Los geht’s! Die Ziege trampelt wahlweise auf der Matte oder dem Buckel der Yogis herum. Ein Trend, der aus den USA kommt. Die Inder würden staunen.

Wem das zu viel ist, der kann in Wien bleiben und die Füße in den Sand stecken. Yoga-Stunden gibt es Sonntagvormittag auch in Hermanns Strandbar.