Trotz Rekorde sinkende Werte

© Steiermark Tourismus/Harry Schiffer

über die sinkende Wertschöpfung im Tourismus
03/25/2013

Trotz Rekorde sinkende Werte

von Erwin Kaminek

Tourismus: Warum ist bei stetig steigenden Rekorden die Wertschöpfung rückläufig?

Erwin Kaminek | über die sinkende Wertschöpfung im Tourismus

Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt“, sagte schon „Der Kaufmann von Venedig“ (von William Shakespeare). Einige hoch gelobte Tourismusstatistiken passen ebenfalls in diese Kategorie. Sie mögen zwar, isoliert betrachtet, richtig sein, in Kombination mit weiteren Zahlen und Fakten zeigen diese „schönen Daten“ aber ihr wahres Gesicht.

Jubelmeldungen

So verkünden Wirtschaftsbosse, Tourismusmanager oder Politiker immer wieder gerne steigende Tourismusdaten und Nächtigungsrekorde in Österreich. So weit, so gut. Viele Investoren lassen sich damit blenden und meinen, dass die Tourismusbranche die eierlegende Wollmilchsau sei. So will man in Wien noch mehr Hotels bauen und die Bettenanzahl tausenderweise erhöhen und in den Bundesländern sollen noch mehr Skiliftanlagen errichtet werden. Viele Manager oder auch Politiker wollen sich, meist mit dem Geld anderer, superlative Denkmäler setzen.

Ein Trugbild

Diesen Rekordmeldungen steht jedoch die sinkende Wertschöpfung im Tourismus gegenüber. Im Jahr 2005 hatte der Tourismus noch acht Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP), im Jahr 2011 nur noch 7,3 Prozent. Nachdem das BIP der Maßstab für die wirtschaftliche Leistung ist, erhebt sich nun die Frage: Warum ist bei stetig steigen- den Rekorden die Wertschöpfung rückläufig? All jene, die schon mehr als zehn Jahre im Geschäft sind, ob das nun Hoteliers oder Familienbetriebe sind, können das sicher mit praktischen Erfahrungswerten nachvollziehen. Immer mehr Arbeit für weniger Geld. Eines sei aber auch noch gesagt. Die anfangs erwähnten Tourismusmanager haben es auch nicht immer leicht. Wenn durch die freie Marktwirtschaft finanzkräftige Investoren kommen und meinen, sie müssten vier neue Hotels errichten oder einen neuen Stephansdom bauen, weil dort täglich 1600 Besucher vorbeischauen, so gilt die alte Wirtschaftsweisheit – Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

Wertvernichtung

Diese sinkende Wertschöpfung, die immer mehr Arbeitsleistung erfordert, gibt es leider auch in anderen Branchen, nicht nur im Tourismus. Selbst Einbrecher sind heute aktiver geworden als früher. Oder sind es die Einbrecher, die uns die Werte wegnehmen? Das Resümee: In erster Linie wird die „Wert-Vernichtung“ (gilt natürlich auch für Wert-Zuwächse) durch Reglementierungen (Gesetze) gesteuert. Durch diese Gesetze und Verordnungen wird den Unternehmern, aber auch den Konsumenten immer mehr weggenommen, sodass keine Wertschöpfung stattfinden kann. Wer nun das weggenommene Geld, in welcher Form auch immer, verwendet/verwaltet und in welche Kanäle es fließt, lesen wir täglich in den österreichischen Zeitungen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.