über das Urteil im IS-Prozess
07/15/2015

Strafe allein bleibt ohne Wirkung

von Ricardo Peyerl

Strafen schrecken kaum ab. Schon gar nicht Täter, die zuvor einer Gehirnwäsche unterzogen wurden

Ricardo Peyerl | über das Urteil im IS-Prozess

Vergleichsstudien von Urteilen und Rückfallsquoten zeigen: Strafen schrecken kaum ab. Schon gar nicht Täter, die zuvor einer Gehirnwäsche unterzogen wurden.

Hohe Strafen mögen als Signal dienen, aber sie machen aus solchen Leuten Märtyrer, die von IS-Ideologen als Propagandafutter verwendet werden. Es kommt weniger auf die Höhe als mehr darauf an, was im Gefängnis mit den jungen Leuten passiert.

Bei dem, was man über unseren Strafvollzug hört, lässt das nichts Gutes erahnen: Jugendliche sind mit erwachsenen Häftlingen zusammengesperrt, geisteskranke mit normalen, weibliche Gefangene putzen das Männerklo, es fehlt an Psychiatern und Sozialpädagogen.

So lange sich das nicht ändert, sind (hohe) Strafen bloß ein automatischer „Hau drauf“-Reflex ohne Anspruch auf Wirkung.

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