Meinung
07.12.2017

Selbstreinigung der Justiz ist gefragt

Drei verschiedene Richter hintereinander bringen ihren gesamten Berufsstand in Verruf.

Das Wort "Ansehen" scheint im Vokabular nicht mehr vorzukommen.

Ricardo Peyerl | über verhaltensauffällige Richter

Ein Richter bedrängt eine Rechtspraktikantin während ihrer Ausbildung und droht ihr eine zugespitzte Dienstbeschreibung an, wenn sie sich ihm verweigert. Ein anderer Richter macht in seiner Urteilsbegründung Zeugen und ihr äußeres Erscheinungsbild herunter ("überladene Person", "Seifenoper"). Und ein dritter stichelt via Twitter jenseits jeglicher Unschuldsvermutung über einen Angeklagten (KHG), was sich an sich schon verbietet; noch dazu über einen Angeklagten, über den seine Frau zu Gericht sitzen muss.

Das Wort "Ansehen" (des Berufsstandes) scheint im Vokabular mancher Richter nicht mehr vorzukommen. Die Justiz ist ganz dringend gefordert, ihre Selbstreinigungsmaschinerie anzuwerfen.