Falco und Rukiye
02/19/2017

Schule und der Rest des Lebens

von Niki Glattauer

Ich halte den Hype um diesen Musikanten für schwer unangebracht.

Niki Glattauer | Falco und Rukiye

Wie versprochen, heute Rukiyes Kopftuch. Aber vorher noch Falco, und zwar aus gegebenem Anlass, denn, auch wenn sich jetzt die Millionen Falco-Fans, die es weltweit in Wien und Umgebung gibt, empören werden: Ich halte den Hype um diesen Musikanten für schwer unangebracht. Okay, Falco wäre heute 60 geworden, und er hatte ein paar Hits, darunter eine Nr.1 in den USA. Aber die hatte Anton Karas auch. Also dafür schon Heldenverehrung? Vermutlich wird sich KURIER-Leser Markus Spiegel spätestens jetzt an Protestpost an mich machen, dabei weiß eh jeder, dass gerade ohne dessen meisterliches Zutun als Produzent und ... nennen wir es "Fan" aus Hans nie mehr geworden wäre als ein Hölzel; und Falcos einzige wirklich hervorragende LP, "Junge Römer", entsprang primär dem Genie des Soundmixers Robert Ponger.

Ich habe Falco als junger B-dabei der Krone im Herbst 1981 interviewt, und zwar als so ziemlich erster Journalist einer Zeitung größer gleich Rennbahn-Express. Falco rief mich nach Erscheinen wütend an: "Echt, Niki, du stellst mich hin, als wäre ich ein arrogantes Arschloch!" Aber bevor ich antworten konnte, hatte Adabei Roman Schliesser schon Markus Spiegel am anderen Apparat: "Großartig, das Interview! Genau das Image, das wir brauchen." Was all das mit Schule zu tun hat? Als wir den Sinnspruch "Kleider machen Leute" besprachen", dachte Rukiye lang nach, dann zeigte sie auf: "Bei uns heißt es: ,Leute machen Leute.‘"- Aha? - Ja, weil, es gibt Leute, die machen nur Kleider für andere Leute ...

Damit zu Rukiye. Ja, sie trägt Kopftuch, und nicht nur eines, Dutzende, sie wechselt sie öfter als Andrej seine Socken. Sie trägt sie freiwillig, ihrem Vater ist’s nämlich egal. Uns KlassenlehrerInnen erst recht. Was wir wollen, ist ein wacher Geist, egal, wie der Schopf darüber bedeckt ist. Das sieht übrigens – und damit Szenenwechsel zu den wahren Lebensabschnittsbegleitern älterer Herren – mein Urologe auch so. Zwei Ordinationsassistentinnen hat er, eine davon mit Kopftuch. - Kein Problem mit Ihren österreichischen Patienten?, frage ich.- Keines, warum auch? War mir außerdem egal. Sie war die Beste.

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