über Respekt
05/17/2016

Die gute Schule, Teil 6

von Niki Glattauer

Nicht, dass unsereiner von jedem gestandenen Altösterreicher Respekt bekäme.

Niki Glattauer | über Respekt

"Für mich ist der Lehrerberuf eine der anspruchsvollsten Aufgaben, die es in unserer Gesellschaft gibt. Lehrerinnen und Lehrer verdienen unsere volle Wertschätzung und Unterstützung. Warum tun wir uns so schwer, ihnen den nötigen Respekt zu zollen? Was sagt das über den gesellschaftlichen Stellenwert von Bildung aus?" ( Sonja Hammerschmid, Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz in der "Presse am Sonntag")

Respekt also. Nicht, dass unsereiner von jedem gestandenen Altösterreicher Respekt bekäme. In meinem neuen Buch "Best of Schule" (wird pünktlich zu Schulbeginn im Handel sein :-) schildere ich, wie ein Vater mit dem goldenen Wiener Herzen (um den Hals) nach vier Vorladungen endlich in der Schule seines Sohnes auftaucht, um dann den Lehrer (Englisch) gar nicht zu Wort kommen zu lassen ("Du redtst, wonn i die frog, Schegsbier, host mi?"). Leider machen es einem so manche Väter mit dem Halbmond im Kopf auch nicht leichter. In einer mir gut bekannten NMS weigerte sich ein tschetschenisches Mädchen trotzig, ein paar Zumbatanzschritte für die Schulschlussaufführung der Klasse einzuüben. "Wir dürfen das nicht. Es steht im Koran." Als die Lehrerin trotzdem darauf bestand, standen tags darauf die Eltern in der Direktion – der Vater der Lehrerin den Handschlag verweigernd, die Mutter verschleiert. Lehrerin und Direktorin bewiesen Courage. "Liebe Frau, Sie kommen bitte wieder, wenn wir Ihr Gesicht sehen können. Und Sie, lieber Herr, brauchen gar nicht mehr zu kommen, solange sie die hier üblichen Grußformeln verweigern."

Um es in diesem Zusammenhang zu bekennen: Ich bin im Unterstützungskomitee für Alexander van der Bellen. Und wie dieser g e g e n ein Kopftuchverbot. Aber pseudoreligiös motivierte Auftritte wie oben, die in Wahrheit respektlos und frauenverachtend sind – darin sind sich VdB und ich einig – das geht gar nicht!

Und damit der Boulevard jetzt nicht glaubt, er trüge zu der allgemeinen Respektlosigkeit gegenüber uns Lehrerinnen nicht auch sein Scherflein bei: "So faul sind unsere Lehrer! Nur 2 Stunden am Tag in Klasse!" Da fragst du dich als denkender Mensch zwar: "???" Aber für die Schlagzeile in der Gratiszeitung hat’s gereicht...

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