Vulgo-Namen, Flurnamen oder einfach: Wie heißt die Brücke?

Vulgo-Namen, Flurnamen oder einfach: Wie heißt die Brücke?
Über sieben Brücken musst du gehen. Im Bergdorf nur vier, aber die haben es in sich
Anja Kröll

Anja Kröll

Ich gehe gerne wandern. Und wenn das Wandern aufgrund von zu viel Schnee auf den Berggipfeln (diese Woche sollen nochmals 30 Zentimeter kommen!!!) nicht möglich ist, gehe ich eben wandern im Flachen. Spazieren klingt zu banal. Und wer geht bitte auf 1.200 Meter Seehöhe spazieren?

Und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, habe ich meine fixe Spazierrunde. Die an vier Brücken vorbeiführt. Alle diese Brücken haben Namen.

Namen, die ich mir partout nicht merken will: Schwandbrücke, Cesbrücke, Moasbrücke und Winterbrücke.

Ja, Sie stellen selbst fest: Nicht zwingend die leichtesten Namen, dabei hätte sich mein Hirn einst einmal Vokabeln in fünf Fremdsprachen gemerkt.

Während es sich die Nachbarn zum Hobby gemacht haben, mich zu den Brückennamen abzuprüfen, bin ich zur Brückenforscherin geworden. Die Überlegung: Wer Dinge versteht, merkt sie sich leichter.

Das Stichwort: Vulgo-Namen. Auch bekannt als Flurnamen. Früher war es bei Bauernhöfen etwa so, dass der Hof einen ganz anderen Namen trug, als die Familie, die ihn bewohnte. So hieß der Hof etwa Grubn-Hof, aber die Familie Wetzl.

Was für nicht Ortskundige dann zur absoluten Verwirrung führte, weil die Einheimischen sagten: Die Grubn sind ganz liebe Leute. Weil so ein Hofname eben auch auf Bewohner überging, obwohl die ganz anders hießen.

Falls Sie jetzt irritiert sind, willkommen in der Bergdorf-Welt. Aber diese Vulgo-Namen haben durchaus ihren Sinn. Weil sie viel über die Geschichte des Ortes und Hofes aussagen.

Wie man das jetzt auf meine Brücken-Misere umlegen kann? Wie sang Peter Maffay schon: „Über sieben Brücken musst du gehen ...“ Im Bergdorf sind’s halt einfach vier.

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