Meinung
12.05.2017

Kurz setzt alles auf die Neuwahl-Karte

Sebastian Kurz setzt als künftiger ÖVP-Chef ein spektakuläres und klares Signal

Josef Votzi | über die Neuwahl-Forderung des ÖVP-Chef-Kandidaten

Neuwahl-Partnerschaft statt Reform-Partnerschaft. Sebastian Kurz setzt als künftiger ÖVP-Chef ein spektakuläres und klares Signal. Er nimmt den schwarzen Peter im Neuwahl -Poker in die Hand und bietet Christian Kern & Co an, diesen gemeinsam auszuspielen. Das Risiko, das verpönte N-Wort auszusprechen, hat er allein genommen. Damit macht Kurz das wahr, was an dieser Stelle vor zwei Tagen als Kurz’ einzige Chance beschrieben wurde, nicht wie Mitterlehner zu enden: Weder Christian Kern noch er hätten als künftiges Regierungsduo ein Mandat vom Wähler. Daher: Neuwahlen jetzt – und danach ein echter Neuanfang in welcher Konstellation auch immer. Mit einem klaren neuen Auftrag der Wähler.

Kurz setzt damit nicht nur eine Botschaft an die Wähler, sondern auch ein eindeutiges Signal an seine Partei. In der ÖVP gibt es nach wie vor Stimmen, die dafür sind Kerns Angebot anzunehmen, die Koalition fortzusetzen und die vor der Rache des Wählers warnen, wenn man jetzt in Neuwahlen abspringe. Kurz hält das Angebot des xten Anlaufs für eine "Reformpartnerschaft" zu Recht nur für eine weitere Runde im Schwarzen-Peter-Spiel um Neuwahlen. Die Absage von Kurz an Kern ist gleichzeitig auch ein eindeutiges Signal an die eigene Partei: Einen Parteichef Kurz gibt es nur zu seinen Bedingungen. Um den großen Rest wie Personal-, Politik- und Finanz-Hoheit wird bis Sonntag abend nun weiter hinter den Kulissen gepokert. Die erste Runde am Spieltisch ging klar an Sebastian Kurz.