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Meinung
03/17/2020

Kündigungen können nur letztes Mittel sein

Die Corona-Krise nutzen einige Unternehmer, um ihre teuren Mitarbeiter loszuwerden. Das muss wirklich nicht sein.

Bundesregierung und Arbeitsmarktservice haben rasch und adäquat für Unternehmen und Dienstnehmer ein umfassendes Paket geschnürt, um diese tiefgehende Krise zu überstehen. Vor allem die erweiterten Möglichkeiten bei der Kurzarbeit stechen dabei positiv hervor.

Eigentlich sollte daher noch kein Betrieb gezwungen sein, schon jetzt Mitarbeiter in großem Umfang vor die Tür zu setzen. Und dennoch machen dies offensichtlich schon zahlreiche Betriebe. Alleine an einem Tag kam es zu 16.000 Neuanmeldungen beim AMS.

Natürlich mag ein Teil auf Verunsicherung und Panik vor allem bei jenen Unternehmern zurückzuführen sein, die schon vor der Krise nicht mehr wussten, wie sie die Löhne weiter zahlen sollen.

Zur Kündigung drängen

Es gibt aber auch andere, die bewusst zu einem aus ihrer Sicht günstigen Zeitpunkt Mitarbeiter reduzieren. Oder noch schlimmer, sie zur Selbstkündigung drängen, wie Arbeiterkammer und Gewerkschaft berichten. So ersparen sich Arbeitgeber bei älteren Dienstnehmern die Abfertigung.

Generell steigt nun die Gefahr, dass jahrelange und verhältnismäßig teure Mitarbeiter abgebaut werden. Sollten diese nachbesetzt werden, werden Betriebe wieder vermehrt in die Position kommen, aus mehreren guten Bewerbern auswählen zu können.

So oder so, Arbeitslose werden es in den nächsten Monaten schwer haben, wieder ein Dienstverhältnis antreten zu können. Bis die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, wird es dauern; wann sie wieder auf den Stand vor dem Corona-Ausbruch ist, ist derzeit überhaupt nicht zu beantworten. Auch für höher qualifizierte Betroffene heißt das: Geduld, Engagement und Weiterbildung sind gefragt.