über Absicht und Wirkung öffentlicher Anreize für grüne Vehikel
03/29/2013

Unbequem

Erste Plug-in-Hybrid-Erfahrungen zeigen: Guter Wille allein ist zu wenig.

von Maria Brandl

Plug-in-Hybrid-Kunden empfinden das Laden mit Kabel oft schon nach kurzer Zeit als unbequem

Maria Brandl | über Absicht und Wirkung öffentlicher Anreize für grüne Vehikel

Viele Jahre lief das Geschäft wie geschmiert. Der zwischen US-Behörden und Autoherstellern ausgehandelte Deal, wonach die Hersteller für alle verkauften Bi-Fuel-Fahrzeuge einen Umweltbonus erhielten, den sie bei den Verbrauchsvorgaben mit Spritfressern gegenrechnen konnten. Die Idee dahinter: Autos, die Benzin und Ethanol tanken können, sind ökologischer.

Diese Rechnung hatte zwei Haken. Erstens hat Ethanol keineswegs automatisch eine bessere CO2-Gesamtbilanz als Benzin. Zweitens überprüfte lange niemand, ob die Autokäufer überhaupt Ethanol tankten.

Als dies dann doch hinterfragt wurde, war das Erstaunen groß. Viele der Autokäufer, die sich dank Bonus für das Bi-Fuel-Auto entschieden hatten, wussten gar nicht, dass das Fahrzeug auch mit einem anderen Kraftstoff als Benzin getankt werden kann.

Ähnliches passiert derzeit in Europa. Bei Plug-in-Hybridautos, die dank großer Akkus weitere Strecken elektrisch fahren können und deshalb in einigen Ländern stark gefördert werden. Das freut die Kunden, die aber, wie berichtet wird, schon nach kurzer Zeit das Laden mit Kabel als unbequem empfinden und wieder ausschließlich mit dem Verbrennungsmotor fahren. Der Vorteil des elektrischen Fahrens ist damit weg. Was bleibt, ist der Nachteil des höheren Fahrzeuggewichts.

Gute Absichten sind zu wenig. Auf die Umsetzung kommt es an. Autohersteller und Gesetzgeber müssen sich mehr einfallen lassen, als die Technologie anzubieten und mit viel öffentlichem Geld zu fördern.

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