Die Bescherung

35 Jahre nach der Vorstellung des ABS gewinnen Fahrerassistenten immer mehr an Bedeutung. Das schafft neue Probleme.

Hersteller wie Gesetzgeber sollten bei Assistenten nicht nur auf die Technik achten, sondern auch auf die Belastung des Lenkers

Maria Brandl | über Fahrerassistenz

Neulich in einer Limousine der gehobenen deutschen Mittelklasse: Antrieb und Verarbeitungsqualität entsprachen dem Top-Niveau, an elektronischen Fahrerassistenten war praktisch alles eingebaut, was derzeit verfügbar und vom Gesetz her erlaubt ist.

Es gibt ja fast nichts mehr, wo die Elektronik nicht hilft. Egal, ob es um beschleunigen, Spur wechseln, Spur halten, bremsen, Abstand halten, Stau stehen, vorausschauendes Fahren oder sonst was geht – die Elektronik fährt mit und sorgt vor. Natürlich kennt der kluge Bordrechner die genaue Streckenführung und spielt auch gleich den akustischen Fremdenführer mit entsprechender Touristeninformation entlang der Route.

Das ist alles ganz toll, hat aber einen Nachteil: In dieser Fülle kann es leicht zur Belastung werden während des Fahrens, bis dato ja noch immer die eigentliche Hauptaufgabe des Lenkers. Was heute in modernen Fahrzeugen an wachsamen Helfern piepst, leuchtet, rüttelt, knetet, drückt, ähnelt immer mehr einem aufwendigen Spiel fürs Wohnzimmer. Im Auto wünscht man sich aber eine bessere Abstimmung dieser Systeme, einerseits aufeinander, anderseits auf die Fahraufgabe.

Noch ist das ein Luxusproblem. Aber immer mehr Assistenten werden gesetzlich vorgeschrieben oder sind Voraussetzung für die Höchstnote bei Crashtests. Umso mehr sollten Hersteller wie Gesetzgeber nicht nur auf die Technik achten, sondern auch auf das Zusammenspiel der Assistenten.

Erstellt am 01.03.2013