zur Lage des BZÖ
07/19/2013

Vergangenheit holt den Zukunftsbund ein

Nun auch noch ein Parteispenden-Prozess – der Überlebenskampf des BZÖ wird immer härter

von Karin Leitner

Haiders Erbe ist zu Buchers Last geworden.

Karin Leitner | zur Lage des BZÖ

Als „Zukunftsbündnis“ starteten die Orangen unter Jörg Haider 2005. Jetzt holt sie die Vergangenheit ein. Ein Parteispenden-Prozess ist kein Wahl-Anreiz; da kann Obmann Bucher noch so oft sagen, er habe von den damaligen Deals mit der Telekom nichts gewusst. „Nichts gehört, nichts gesehen“ ist auch die Strategie in Sachen Hypo. Der einstige Landeshauptmann Haider nutzte das Kärntner Institut nicht nur, um seine Brot-&-Spiele-Politik zu finanzieren, er betrieb auch den Verkauf an die BayernLB – mit all den daraus resultierenden Problemen. Nachgerade skurril: Haiders Schatten Stefan Petzner geriert sich neuerdings als Ankläger und Richter. Keine Empfehlung für eine Partei, die sich als wirtschaftskundig preist. Ökonomische Kompetenz wäre ja Buchers Wahl-Asset gewesen.

Anderweitig fehlte den Orangen von Anfang an Fleisch. Ein Alleinstellungsmerkmal haben sie nicht. Personell ist Bucher ebenfalls in der Bredouille. Seit 2008 sind ihm neun Nationalratsmandatare abhandengekommen (21 hatte er); das Gros ist zu Neo-Konkurrent Stronach übergelaufen. Nun droht pekuniäres Ungemach: Die Telekom will sich jene 960.000 Euro zurückholen, die 2006 über zwei Agenturen an das BZÖ geflossen sind. Auch wenn die Orangen heuer vier Millionen an staatlicher Förderung bekommen – fast eine Million weniger wäre ein weiterer Wettbewerbsnachteil beim Stimmenfang.

Was tut Bucher angesichts der Malaise? Er spielt das Opfer: des bösen Stronach; der bösen Ex-Parteifreunde, die das BZÖ heimlich „bereichert“ hätten; der bösen Journalisten, die es „niederschreiben“. Haiders Erbe ist zu Buchers Last geworden. Er wird sie wohl nur mehr bis zum 29. September zu tragen haben.

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