über die Fußfessel
10/31/2012

Getrübter Blick

Formal korrekt, aber ein Schock für die Opfer und ein falsches Signal.

von Ricardo Peyerl

Formal korrekt, aber ein falsches Signal

Ricardo Peyerl | über die Fußfessel

Rein formal mag die Entscheidung, dem Salzburger Vergewaltiger die Fußfessel zu bewilligen, korrekt sein. Es gibt keinen Hinweis, dass er sie für einen Rückfall ausnützen wird, und nur darauf stellt das Gesetz bisher ab. Emotional ist die Entscheidung für das Opfer, für alle Opfer, eine Katastrophe. Und vom gesunden (Un-)Rechtsbewusstsein ist sie meilenweit entfernt.

Der Vergewaltiger kann sich ins Fäustchen lachen. Von den ohnehin schon mit zwei zugedrückten Augen verhängten 24 Monaten teilbedingter Haft sollte er acht absitzen. Dann wurde ihm Strafaufschub gewährt, und weil die Taten damit in die weit zurückliegende Vergangenheit entrückten, erließ man ihm noch zwei Monate. Den Rest darf er daheim verbringen, womit er ein Lehrbeispiel für andere Täter ist: Man muss nur langen Atem haben, dann kommt man billig davon.

Übrigens haben auch deutsche Richter bei Sextätern einen getrübten Blick. Ein Lehrer, der Sex mit einer 14-jährigen Schülerin hatte, wurde mit der Begründung freigesprochen, er sei ja nur Vertretungslehrer gewesen.

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