über Kärntner Brauchtum
02/14/2013

Euer Geld für unsere Partei

Die Kärntner Blauen greifen wieder ungeniert in den Steuertopf – trotz drohender Korruptionsanklagen.

von Karin Leitner

Almosenverteilung an die Untertanen ist auch des neuen "Landesvaters" Sitte.

Karin Leitner | über Kärntner Brauchtum

In Kärnten wird Brauchtum hochgehalten. Was Jörg Haider begonnen hat, führen seine Erben fort. Almosenverteilung an die Untertanen ist auch des neuen „Landesvaters“ Sitte. Sozial Schwache bekamen von ihm einen Hunderter aufs Handerl, Jugendlichen wurde ein Tausender als „Startgeld“ gereicht. Ergebnis der Brot-und Spiele-Politik: Die Kassen sind leer, Kärnten mit 2,58 Milliarden verschuldet und ein Unterentwicklungsland.

Straches Statthalter im Süden kratzt das nicht. Sie tun weiter, als wäre nach Haiders Tod nicht die Sonne, sondern ein Geldsack vom Himmel gefallen. „Unser Geld für unser Kärnten“ ist der FPKler Wahlkampf-Bonmot, das sie landauf, landab affichieren. Die plakatierte Wahrheit wäre: „Euer Geld für unsere Partei.“

Das galt schon vor der Landtagswahl 2009, als Dörfler und Konsorten nicht blau, sondern orange waren. Der Verdacht: Sie hätten eine BZÖ-Werbebroschüre teils mit öffentlichen Mitteln finanziert. Dörfler und Parteifreund Dobernig droht ein Untreue-Prozess.

Zur Räson bringt sie der Korruptionsvorhalt nicht. Sie machen ungeniert weiter. „Volkskulturreferent“ Dobernig hat seine Landsleut’ zu vier „Valentinskonzerten“ geladen; Karten gibt es zum Nulltarif.

130.000 Euro soll die Chose kosten, bezahlt machen soll sie sich am 3. März: mit Danksagung an der Wahlurne für die edlen Spender. Der Kärntner ÖVP-Vize Markus Malle hat Dobernig wegen Amtsmissbrauchs und wegen Wahlkampfs auf Kosten der Steuerzahler angezeigt. Die FPK habe nichts dazugelernt, befindet Malle. Recht hat er. Klüger sind hoffentlich viele Kärntner geworden. Und signalisieren den jetzigen Machthabern: Was euch lieb ist, ist uns viel zu teuer.