über verkaufte Daten
08/22/2013

Vertrauenskrise

Die elektronische Gesundheitsakte ELGA führt sich ad absurdum, wird der Verkauf von Patientendaten an eine Werbefirma nicht lückenlos aufgeklärt.

von Michael Jäger

Ärzte haben mit Gesundheitsdaten ein Geschäft gemacht – und damit eine Vertrauenskrise ausgelöst.

Michael Jäger | über verkaufte Daten

Vertrauen ist in der Beziehung Arzt und Patient das oberste Gebot. Durch den Weiterverkauf von Gesundheitsdaten durch 350 Mediziner an eine Marketingfirma ist dieses Grundvertrauen in Österreich erschüttert.

Die Affäre kommt für die Gesundheitspolitik zur Unzeit. In wenigen Monaten startet das Mega-Projekt ELGA. Mit dem elektronischen Gesundheitsakt sollen Behandlungswege verkürzt und das System billiger gestaltet werden – ohne dabei schutzwürdige Interessen der Patienten zu verletzen.

Jetzt befindet sich das System in Schieflage. 350 Mediziner haben mit Gesundheitsdaten ein Geschäft gemacht – und damit eine Vertrauenskrise ausgelöst.

Die Ärztekammer ist entsetzt, droht mit strengsten Konsequenzen und hat den Staatsanwalt zu Hilfe gerufen. Denn die betroffene Marketingfirma denkt nicht daran, ihre Geschäftspartner ans Messer zu liefern. Die angekündigte, lückenlose Aufklärung droht damit zum Rohrkrepierer zu werden.

Wird das Vertrauen nicht rasch wiederhergestellt, wäre das auch für das ELGA-Projekt pures Gift.

Patientendaten gehören weder in die Hände von Behörden noch Arbeitgebern und schon gar nicht in die der Werbebranche.

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