Flüchtlinge sollen Dialekt lernen? Oida...
Ja, gute Sprachkenntnis ist essenziell für gelungene Integration. Dass viele Flüchtlinge Deutschkurse abbrechen oder sie nicht regelmäßig besuchen, ist ein Problem. Mit all diesen Punkten hat Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) recht – mit ihrer Forderung nach Sanktionen für Integrationsverweigerer ebenso. Warum sollten "Owezahrer" die volle Sozialhilfe erhalten?
Apropos "Owezahrer": Viele Vertreter der Generationen Z oder Alpha, also nach 1996 Geborene, können mit solchen Mundart-Begriffen wohl nicht mehr allzu viel anfangen. In deren Alltagssprache vermischen sich eher Anglizismen mit geschliffenem Bundesdeutsch und Gendersternchen. "Heast, schiach!", mag manch Älterer befinden. Fakt ist dennoch, dass sich Sprache wandelt und Dialekte aussterben.
Umso befremdlicher und aus der Zeit gefallen wirkt vor diesem Hintergrund die neueste "Reform" Bauers. Sie will, dass Flüchtlinge "regionale Dialekte" lernen, damit sie die "Alltagssprache" besser verstehen. Achmed und Mohammed bekommen jetzt also beigebracht, was ein "Heisl", "Wappler" oder "Beidl" ist? Oida...
Natürlich ist Integration eine Bringschuld. Aber das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Dialekt zu tun. Der ist völlig Powidl. Selbst dem letzten Bergbauern hinter dem Arlberg muss es zumutbar sein, mit seinem arabischen Lehrling in halbwegs verständlichem Hochdeutsch zu kommunizieren. Unsere Sprache ist schon so schwierig genug, am Kasussystem scheitern genügend Autochthone. Fragen Sie dem Herbert Prohaska.
Dass die Regierung in Zeiten der Budgetnot für dermaßen spezielle Sprachkurse Geld ausgibt, findet gar Michael Schnedlitz absurd – und der ist immerhin "Heimatschutzsprecher" der FPÖ. Viel wichtiger für gelungene Integration in Österreich: Hackln, raunzen, aber auch leiwand sein. Wer nicht gscheat redet, ist noch lange kein G'sindl. Ganz im Gegenteil.
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