Andere Menschen für neue Lösungen

NGO-Erfahrung ist ein kritischer Einschnitt im Lebenslauf, keine begehrenswerte Qualifikation.

Mag. Sandra Baierl | über die wenig gefragte NGO-Erfahrung

Was könnte man über Menschen denken, die ihre Heimat für Jahre hinter sich gelassen haben und in ein fernes Land gegangen sind, um dort Entwicklungsarbeit zu leisten?

Dass sie das Abenteuer suchen, keine Angst vor dem Risiko haben, das Unbekannte mögen, flexibel sind, Probleme lösen können, anpassungsfähig und menschenfreundlich, offen für Neues, für andere Kulturen sind. Dass sie vernetzt denken und schwierige Situationen meistern können. Dass sie nicht in der Komfortzone verharren und mit ihrer Erfahrung die perfekten Mitarbeiter sind, die komplexe Anforderungen in komplexen Jobs meistern können.

Personalverantwortliche denken da anders. Für sie sind ehemalige NGOler tendenziell sprunghaft und keine langfristige Mitarbeiter-Lösung, weil sie mit dem Abenteuer-Virus infiziert sind. Weshalb eine NGO-Erfahrung eher ein kritischer Einschnitt im Lebenslauf ist, als eine begehrenswerte Qualifikation. So irr läuft die Welt. Personalverantwortliche suchen die immer gleichen Typen, mit denen sie die immer gleichen Denkmuster und Lösungsansätze einkaufen. Von Evolution und Revolution ist diese Denke weit entfernt. Weshalb sich Firmen in ihrer Entwicklung auch so schwertun.

( kurier.at ) Erstellt am 18.03.2016