Frischzellen­kur für Aufsichtsrat des Wiener Flughafens

Der Aufsichtsrat der börsenotierten Flughafen Wien AG wird im Frühjahr einer radikalen Verjüngungskur unterzogen.

Flughafen Wien AG: Die Mandate aller zehn Kapitalvertreter laufen mit der Hauptversammlung am 30. April 2013 aus. Laut Satzung dürfen jene Aufsichtsräte, die den 70er überschritten haben, nicht mehr verlängert werden.

Als da wären: Der Immobilienexperte Alfons Metzger, 71, und Franz Lauer, 73, Ex-General der Wiener Städtischen. Beide Manager, SP, sitzen auf einem Ticket der Stadt Wien. Ebenfalls über der Altersschwelle ist der von NÖ bestellte Claus Raidl, VP. Er wird sich heuer auch aus dem Aufsichtsrat des Ziegelkonzerns Wienerberger verabschieden. Als Präsident des Generalrates der Nationalbank dürfte Raidl, oft schonungsloser Kritiker der eigenen Partei, vermutlich verlängert werden. Wiewohl er bereits mehrfach gelassen kolportierte, „kein postengeiler Pensionist“ zu sein.

Der Verleger Hans-Jörg Manstein ist zwar erst 68, wird aber trotzdem als Flughafen-Aufsichtsrat abtreten: „Das Gremium ist ohnehin überaltert. In den Aufsichtsrat gehören junge Leute“, will Manstein Platz für jüngere Kollegen machen. Entsprechend dem Vorstand, der mit Günther Ofner und Julian Jäger bereits deutlich verjüngt wurde.

Noch offen ist, ob der fünfte ältere Herr in der Runde, Ex-EVN-Chef Burkhard Hofer, 68, eine weitere Funktionsperiode absolvieren wird.

Die restlichen Kapitalvertreter dürften allesamt wiederbestellt werden. Auch Ex-OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer, SP, Delegierter der Mitarbeiterstiftung, die zehn Prozent am Flughafen hält. Von den fünf Belegschaftsvertretern wird wohl Dieter Rozboril ausscheiden, der nach einem Machtwechsel im Arbeiterbetriebsrat von rot auf schwarz und blau als FSG-Chef zurücktrat.

Über die Nachfolger haben sich die beiden Flughafen-Hauptaktionäre Wien und Niederösterreich noch keine konkreten Gedanken gemacht. Sowohl Erwin Pröll, VP,als auch Michael Häupl, SP, haben nach dem Auffliegen des Skylink-Desasters im KURIER angekündigt, ihren Syndikatsvertrag neu zu formulieren. Dieser ermöglicht den beiden Ländern direkten politischen Einfluss auf die Bestellung von Vorstand und Aufsichtsräten. Bis heute hat man allerdings nichts mehr von einer Entpolitisierung des Vertragswerkes gehört. Politbesetzungen alten Stils werden Häupl und Pröll wohl trotzdem nicht mehr wagen. Bleibt zu hoffen, dass die 2011 begonnene Professionalisierung fortgesetzt wird. Ambitionen werden übrigens Anlegerschützer Wilhelm Rasinger nachgesagt. Überlegt wird auch eine Verkleinerung von zehn auf acht Kapitalmandate.

(Kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?