über den FC Porto
09/17/2013

Wenn es einem Klub besser geht als dem Staat

Der Austria-Gegner entdeckt immer wieder Rohdiamanten in Südamerika

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Nach der Champions League-Auslosung gratulierten spanische Sportzeitungen in Anspielung auf die Außenseiterrolle der Wiener Austria deren Gegnern Atletico Madrid, Porto und Petersburg hämisch zu jeweils „sechs sicheren Punkten.“

Hermann Stessl sieht das nicht so. Er gibt der Austria durchaus Chancen. Stessl?

Während der Steirer bei Besuchen in Porto von wildfremden Leuten gegrüßt wird, können Jüngere in Österreich, wo Sportlegenden nicht ganz so eine Heldenverehrung genießen wie in Südeuropa, mit seinem Namen vielleicht weniger anfangen. Daher zur Erinnerung:

Der stets unaufgeregte Trainer Stessl hatte die Austria 1978 ins Europacupfinale der Pokalsieger und später noch ins Semifinale gebracht, ehe er nach Porto wechselte. Der Medienrummel dort ließ den Stoiker kalt. Unter seiner Regie wurden die Lissabonner Hauptstadt-Klubs ausgebremst. Im Meistercup (Vorläufer der Champions League) war erst im Halbfinale Schluss.

Für österreichische Spieler (Arnold Wetl, Rolf Landerl, Marc Janko) schien im feuchten portugiesischen Norden indes nur selten die Sonne. Immerhin erzielte Roland Linz für Portos regionalen Rivalen SC Braga einmal ein Tor gegen den FC Bayern. Danach fiel Linz zur Stadt mit den vielen Barockkirchen ein Spruch aus der Region ein, den Stessl lächelnd bestätigt. „In Braga betens, in Porto arbeitens und in Lissabon gebens das Geld aus.“

Der FC Porto lässt das Geld arbeiten. Konträr zum Staat schafft der Verein jährlich einen Budegtüberschuss.

Der Austria-Gegner entdeckt immer wieder Rohdiamanten in Südamerika à la Falcao, Hulk, Deco, Diego, die in Porto geschliffen und mit Millionengewinnen weiterverkauft werden. Ein Umstand, den Stessl dem Präsidenten Nuno Pinto da Costa zuschreibt. Mit ihm saß Stessl sechs Mal gemeinsam auf der Betreuerbank, bevor Pinto da Costa vom sportlichen Leiter zum Präsidenten aufstieg. 31 Jahre später bekleidet Pinto da Costa das Amt immer noch. Zum Vergleich:

Der am längsten dienenden österreichische Bundesliga-Klubpräsident, Rapids Rudolf Edlinger, tritt nach zwölf aufregenden Jahren im November ab. Sein Arzt wird ihm dazu gratulieren.

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