Wolfgang Winheim

© Stephan Boroviczeny

Meinung Kolumnen Tagebuch
09/19/2012

Nichtschwimmer und Vielflieger

Tagebuch: Vor dem WM-Winter hat sich in der österreichischen Abfahrtsmannschaft viel geändert.

Achtzehn Gepäcksstücke sind verschollen. Und Marcel Mathis – er war der österreichische Senkrechtstarter der vergangenen Alpin-Saison – versäumte wegen des Flugchaos sogar seinen Maturatermin.ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold war gar 42 Stunden unterwegs. Als ehemaliger Rennläufer im (längst aufgelösten) US-Profi-Zirkus ist der Vorarlberger Reisetorturen gewöhnt. Berthold jammert nicht. Ihm ist wichtig, dass alle ÖSV-Riesenslalomfahrer (Philipp Schörghofer, Hannes Reichelt, Mathis usw.) gesund aus Feuerland heimkehrten. Und dass auch das Schneetraining der Speedspezialisten in den chilenischen Anden unfallfrei und anspruchsvoll verlief.Einen mächtigen Lawinenabgang in Portillo (wo die später zum Mann mutierte Erika Schinegger bei der WM 1966 Österreichs einzige Goldene erobert hatte) haben nur die nordamerikanischen Weltcup-Läufer vor Ort erlebt. Das ÖSV-Team befand sich zu diesem Zeitpunkt schon sieben Autostunden südlicher in Chillan.

Premieren

Vor dem WM-Winter hat sich viel geändert bei der österreichischen Abfahrtsmannschaft: Neu ist Abfahrtstrainer Burkhard Schaffer, 46. Der kompromisslose Steirer kann auf achtjährige Auslandserfahrung (Kanada, Norwegen, Slowenien) verweisen.Neu ist für Romed Baumann das Material. Nach seinem nicht ganz freiwilligen Abgang von Salomon fährt der vielseitige Tiroler (Sieg in Chamonix) ab sofort auf Blizzard ab.Neu im Speed-Weltcup-Team ist Florian Scheiber (nicht verwandt mit dem zurückgetretenen Mario Scheiber). Als Europacup-Gesamtsieger hat der so oft schon durch Verletzungspech zurückgeworfene Ötztaler in allen Bewerben eine Wild Card.Neuer Fixstarter ist weiters Johannes Kröll (entfernt verwandt mit Klaus Kröll). Als Europacup-Abfahrtsdisziplinensieger darf er automatisch in jeder Weltcup-Abfahrt starten.

Pause

Neu ist die Ausgangsbasis auch für den prominenteren Kröll. Erstmals geht er als Titelverteidiger des Abfahrtsweltcups in die Saison. Doch erstmals seit Langem musste er auf das sommerliche Übersee-Schneetraining verzichten.Der Trümmerbruch im Fuß, zugezogen bei einem Motorradunfall im April, scheint gut verheilt zu sein. Am Freitag sollte Kröll von den Ärzten die ersehnte Ski-Erlaubnis bekommen.

Promi-Lob

Beim Konditionstraining in Goldegg, wo die Chile-Heimkehrer in den letzten drei Tagen im Hotel Seehof Tür an Tür mit Schauspieler Ben Becker wohnten, trat Klaus Kröll schon kräftig in die Pedale. Den freundlichen Herrn Becker, berichtet Cheftrainer Berthold, hätten einige Übungen der Ski-Athleten sehr beeindruckt.Von Goldegg übersiedelten die 95-Kilo-Bröckerln in die Therme Bad Hofgastein, die ÖSV-Stars zwecks Therapien alle Jahre wieder ansteuern und in der Hans Grugger ein – täglicher – Stammgast in einem der Gasteiner Bassins ist.

Schwimmkurs

Sein Kitz-Sturz (2011) zwang zum Karriereende. Jetzt strebt der topfit wirkende Grugger ein Studium in Geografie und Turnen an. Für Letzteres muss er erst Schwimmen lernen. Denn das, gesteht Grugger verlegen lächelnd, habe er, der Bergfex, bisher nicht gekonnt.

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