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18.09.2017

Endlich Wiesn-tauglich

Analog zu den kotzabweisenden Sneakers schreien auch andere Accessoires danach Wiesn-fest gemacht zu werden

Anna-Maria Bauer | über Wiesn-taugliche Ausrüstung

Wien und München haben dieser Tage ja so einiges gemeinsam. Nicht nur, dass ihre beiden Länder mitten im Nationalratswahlkampf stecken. Die zwei Städte befinden sich zudem im Wiesn-Fieber.

Während sich die Wiener Version des Tracht- und Volkstumspektakels heuer erst in seinem verflixten siebten Jahr befindet, feiert das bayerische Vorbild sein 184-jähriges Jubiläum.

Nach so vielen Jahren müsste es eigentlich schwer fallen, sich noch etwas Neues einfallen zu lassen, möchte man meinen. Doch die kreativen Köpfe des deutschen Schuhherstellers mit drei Streifen im Logo haben es dennoch geschafft – und kürzlich die ersten Wiesn-tauglichen Sneakers präsentiert.

Ob einer speziellen DBPR-Beschichtung (steht für "Durable Beer and Puke Repellant") sollen sie bier- und kotzabweisend sein. Bei einem Fest, in dem man über kurz oder lang in einem von beiden steht, nicht unpraktisch.

Analog dazu, schreien auch andere Kleidungsstücke und Accessoires förmlich danach, Wiesn-fest gemacht zu werden.

Zum einen: Nicht-zu-verlierende-Damenhandtaschen. Es sollte dringend eine Tasche erfunden werden, bei der ein Alarm ausgelöst wird, sobald sie mehr als fünf Meter von ihrer Besitzerin entfernt wird – entweder weil sie von einem Dieb geschnappt wurde oder – was ja auch vorkommen soll – weil die illuminierte Besitzerin kurz davor war, sie liegen zu lassen.

Vorschlag Nummer zwei: Schleimer-in-die-Flucht-schlagende-Blumenkränze, aus denen im Bedarfsfall Wasser spritzt – etwa ins Gesicht eines Wiesnbesuchers, der zuvor einen verzichtbaren Anmachspruch à la "Komm doch mit mir mit und wir binden deine Schleife gleich mal von links nach rechts" bemüht hat.

Und zu guter Letzt: Grapsch-sichere-Unterwäsche, die jedem, der einer Dame unaufgefordert einen Klaps verpasst hat – vielleicht auch noch begleitet mit den Worten "Geh, jetzt hab’ dich nicht so, war doch nicht schlimm gemeint" – einen elektrischen Schlag versetzt.