über Busfahrten in Beaver Creek
02/04/2015

Einmal quer durchs Vail Valley gehirscht

von Christina Pertl

Das sollte sogar für Orientierungslose wie mich machbar sein. Falsch gedacht.

Christina Pertl | über Busfahrten in Beaver Creek

Wenn ihr noch eine Stunde wartet, kann ich euch gern mit nach Vail nehmen", bietet der nette Kollege in Beaver Creek an.

Eine Stunde? – Puh, da können wir doch schon zuhause im Quartier sein. "Du, nein danke, eh lieb, aber passt schon. Wir nehmen den Bus."

Großer Fehler.

Sehr großer Fehler.

"Ich glaube schon, dass da noch einer kommt", sagt der Mann hinter dem Lenkrad – dem falschen, wohlgemerkt. So ganz sicher klingt er nicht. Auch das verwaiste Labyrinth aus Absperrgittern and der Station sieht nicht gerade vielversprechend aus. "Aber wissen Sie was?" Spannungspause. "Ich persönlich würde den Bus bis zum Parking Lot nehmen und dort umsteigen. Das ist die sichere Variante."

Nun gut, wenn sich der Eingeborene sicher ist.

30 Minuten Wartezeit bei Minusgraden an einer dunklen Haltestelle neben besagtem Parkplatz namens Elk (=Wapiti-Hirsch) lassen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Herrn Chauffeur aufkommen. Auch die Laune nähert sich gefährlich dem Gefrierpunkt. Zugegeben, der Rückzug ins beheizte Wartehäuschen mit dem durchsichtigen Plastik-Vorhang als Tür war eine herzerwärmende Idee.

Aber der Glaube an den hochgepriesenen Nahverkehr ist längst erschüttert. Die 12 Kilometer zwischen Beaver Creek und Vail scheinen unüberwindbar. Ähnlich wie zwischen Erde und Sonne; oder zwischen Putin und dem Rest der Welt.

Dabei hatte es in der Theorie so einfach geklungen: Es gibt mehrere Routen, jede hat eine eigene Farbe. Das sollte sogar für Orientierungslose wie mich machbar sein. Falsch gedacht. Denn es gibt offenbar mehrere Linien, bei denen sich die Farben wiederholen. Und dann gibt es natürlich noch Expressbusse und solche, die an jeder Hausecke stehen bleiben – Letzterer war das klapprige Ding, das dann doch noch irgendwann um die Ecke des Wapiti-Parkplatzes bog.

Natürlich. Wer macht auch nicht gerne im Stockdunklen eine Wald- und Wiesenfahrt durchs amerikanische Nirgendwo? In einem Verkehrsmittel, das quasi Schleifen um das Reiseziel fährt?

Zwei Stunden sind vergangen als wir die Haustüre aufsperren. Erschöpft. Und der nette Kollege, der angeboten hatte, uns mitzunehmen...

Ach, reden wir nicht mehr davon.

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