Meinung | Kolumnen | Schule
18.12.2011

Schule - und der Rest des Lebens: Semmerl mit alles

Zum beliebten Kolumnenthema gesundes Essen hier ein später Nachschlag, „jetzt erst Glattauer“.

In einer mir bekannten Schule hat sich unlängst ein türkisch durchwachsener Elternverein für einen Kebabstand am Schultor stark gemacht. Argument: Halb gesunde Jause besser als gar keine. Ein Vater bot sich an, die Kebabs für € 1,- anzubieten und trotzdem „mit alles“.

Aber bereits im Klassenforum Endstation. Kebab? Nicht einmal denken! In der Zeitung könne man regelmäßig lesen, was da alles drin sei. Mäuse im Hamburger nichts dagegen. Und wenn schon halb gesunde Jause, dann besser österreichisches Extrawurstsemmerl als türkisches Hühnerfleischweckerl.

Kurze Zeit später stand ich anlässlich eines Vortrags in einem Grazer Gymnasium ebendort am Schulbuffet.

In einem Aufwaschen erwarb ich folgende Produkte: Schweinefleisch und Rindfleisch, Speisesalz, Gewürze & Gewürzeextrakte, Maltodextrin, Diphosphat, Triphosphat, Brühe, Glucose, Hefeextrakt, Natriumascorbat, Nitritpökelsalz, Natriumnitrit, Knoblauch, Traubenzucker, Geschmacksverstärker, Mononatriumglutamat, Dinatriumguanylat, Dinatriuminosinat, Karminsäure, Diphosphat, Raucharoma, Weizenmehl, Hefe, Guarkernmehl, Ca-Phosphat, E472e, Sojalecithin, Soja, Gluten.

Bestellt hatte ich bei der Buffetfrau (hauptberuflich Mutter) natürlich nicht „Dinatriumguanylat, Natriumascorbat und ein paar nette Gluten, bitte“. Bestellt hatte ich: „Die da bitte und diese.“ Flugs bekam ich die zwei adrett paketierten, echt österreichischen Semmerln gereicht, die mich aus der Vitrine heraus so heimisch angelächelt hatten, die eine gefüllt mit Farmerschinken, die andere mit Polnischer und zahlte € 2,45,–

Leider habe ich mir auf der Heimfahrt im Zug die Aufkleber an den Frischhaltefolien durchgelesen ...