über den Lehrerstreit
12/02/2013

Manchmal haust du daneben ...

von Niki Glattauer

DA HAB ICH ZUM TEIL LEIDER SCHWER DANEBEN GEHAUEN

Niki Glattauer | über den Lehrerstreit

Passiert einem ja meistens dann, wenn man besonders gut treffen will. Beispiel meine jüngsten Interviews und Fernsehauftritte zur Schuldiskussion: Streikdrohung, Situation der Kolleginnen im Allgemeinen, Rolle der AHS-Gewerkschaft im Besonderen, eh schon wissen. Und jetzt muss ich sagen: DA HAB ICH ZUM TEIL LEIDER SCHWER DANEBEN GEHAUEN. Wie ich aus gefühlten 7597 eMails herausgelesen habe, habe ich Leute beleidigt, die ich nicht beleidigen wollte, nämlich meine Kolleginnen aus den AHS sowie den BHS, sprich die, die für unserer Kinder zuständig sind, wenn sie junge Erwachsene werden, während unsereiner schon wieder das nächste „Radl“ beginnt. Das tut mir leid, dafür entschuldige ich mich.

Nicht, dass ich nicht für eine neu zu denkende Schule wäre – weg vom Schulheft, hin zum Schulkind, weg vom Evaluierungs- und Leistungsfeststellungswahn, hin zur Spurensuche nach Neigungen und Talenten. Nicht, dass ich das neue Lehrerinnendienstrecht nicht als Schritt in die richtige Richtung betrachten würde – höhere Einstiegsgehälter, Angleichung in der Entlohnung von Volks-, HS- und AHS/BMHS-Lehrerinnen, mehr Stunden mit den Kindern, etc. Aber gut, da habe ich Entscheidendes dazuzusagen vergessen: Einer sagen wir Deutschlehrerin, die es sich antut, in vier verschiedenen Klassen zwei Mal pro Woche seitenlange Hausübungen zu verbessern, weil sie das schlummernde Talent in unseren Thomas Bernhards von morgen nicht schon im Ansatz (Achtung, ziemlich gutes Wortspiel :-) auslöschen will, kann man natürlich nicht mir nix dir nix sechs Unterrichtstunden mehr umhängen. Der Mathe-Lehrerin, der es gelingt, Rechnen als Philosophie begreifbar zu machen und deshalb ganze Klassen zu ihr in die „unverbindliche Übung“ pilgern, diese zu streichen, weil man sie künftig für zwei GW- oder Turnstunden braucht, ist Irrsinn. Da MUSS nachjustiert werden.

Und die Kollegin, die mir die Urteilsbegründung ihrer Scheidung gemailt hat, wonach er die Auflösung der Ehe wollte, weil sie im Bett nur noch Schularbeiten verbessert hat, statt … äh. Mit der würd ich gern einmal plaudern.

Von Frau zu Frau quasi.

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