über einen Elternführerschein
02/29/2016

Elternführerschein

von Niki Glattauer

Einem Kind müsse zu Hause doch beigebracht werden, wie man mit seinen Lehrern umgehe!

Niki Glattauer | über einen Elternführerschein

Was denn die Majka meiner letzten Kolumne (die Nervensäge, die einen nonstop vollquatscht) für Eltern habe!, empörten sich meine Leserinnen. Einem Kind müsse zu Hause doch beigebracht werden, wie man mit seinen Lehrern umgehe! Haben Sie eine Ahnung! HABEN SIE EINE AHNUNG! Mehr sage ich gar nicht. Vor einiger Zeit berichtete der KURIER über einen Vorschlag des britischen Premierministers Cameron zur Einführung von "Elternklassen". Auch bereits fortgeschrittene Eltern sollen dort lernen, wie man Kinder erzieht. Die meisten Lehrerinnen wird Cameron damit hinter sich haben, weil, frag einmal hier eine Lehrerin, was sie sich in Sachen Kundschaft am meisten wünscht: a) finnische Schüler b) chinesische Mütter.

Einer, der mit seiner Meinung bezüglich eines " Elternführerscheins" nie hinter dem Berg gehalten hat, ist Fritz Neugebauer, der viele Jahre selber Lehrer gewesen ist und heute der Gewerkschaft öffentlicher Dienst vorsteht. Aus einem Interview, das ich für das "DATUM" mit ihm geführt habe, sind folgende Sätze notiert: "Für alles muss man heute einen Führerschein machen. Computerführerschein, was weiß ich. Dabei sind Kinder das Wichtigste, das wir haben. Und da kann man auch am meisten falsch machen. (…) Da geht im Moment in Österreich so viel den Bach runter, das ist abenteuerlich. Hier könnte man mit der Erwachsenenbildung ansetzen. (…) Selbst wenn sich junge Eltern ihrem Kind intensiv zuwenden, was sie ja wollen, bedeutet das trotzdem nicht automatisch, dass sie auch das Richtige für dessen geistige Entwicklung tun.( …) Bei uns ist in den vergangenen zehn bis 15 Jahren die Mithilfe aus dem Elternhaus immer schwächer geworden. Die Schule selbst kann das nicht auffangen. Lehrer müssen heute ein Protokoll schreiben, wenn sie ein Kind auch nur scharf anschauen. Aber wenn Eltern versagen, schaut keiner hin. Ich verstehe gar nicht, warum das eine Bildungsministerin nicht aufgreift. Jeder Minister, jede Ministerin, die sich das auf die Fahnen heftet, würde die ungeteilte Aufmerksamkeit der gesamten Bevölkerung auf sich ziehen." Das lasse ich jetzt einmal genau so stehen.

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