Gesichter einer Schule

© Miriam Hoehne

Meinung Kolumnen Schule
05/13/2012

Gruppen-6 in Göttingen

Weil jetzt wieder alle "Bildungsexperten" über die Notwendigkeit von noch mehr Gymnasien diskutieren, ...

...ein paar Worte zu jener Schule, die als "Beste Schule Deutschlands 2011" vor einiger Zeit mit 100.000 Euro prämiert wurde. Für den KURIER hat Ute Brühl mit dem Direktor der IGSGöttingen schon damals ein Interview geführt, ich habe ihn später auch getroffen und in einem Punkt nachgefragt, der allgemein ein wenig untergegangen ist: dem Verhältnis zwischen seinen Lehrerinnen und... nein, eben nicht Kindern, sondern deren Eltern. Weil wenn Sie mich fragen: Ob eine Schule eine gute ist, hängt letztlich davon ab, ob die Lehrerinnen mit den Eltern können.

"Wir haben zum Beispiel", sprach der Direktor, "die sinnlosen Elternsprechtage abgeschafft." An der "besten Schule Deutschlands" gehen nämlich die Lehrerinnen zu den Eltern nach Hause. Was funktioniert, weil dort die Klassen aus fünf fixen 6er-Gruppen bestehen. Vier Mal im Jahr richtet jeder Tisch einen Eltern-Abend aus. So kommen die Klassen-Lehrerinnen auf 20 "Elternsprechtage" im Jahr, mit jeweils zwischen 15 und 20 beteiligten Müttern, Vätern u n d Kindern. "Nach ihren Präsentationen gehen die Kinder spielen, irgendwann gehen die Lehrer nach Hause, und dann beginnt für Köchin und Arzt, Architektin und Regalschlichter der gemütliche Teil des Abends."

Weil habe ich das schon erwähnt? Die beste Schule Deutschlands ist eine Gesamtschule, IGS, übersetzt: integrierte Gesamtschule. 35 Prozent der Kinder, die dort im Alter von 10 in die 1. Klasse kommen, haben keine "AHS-Reife". Aber sogar von diesen schafft acht Jahre später jede Dritte die Matura! Und die 65 Prozent AHS-Reifen? – "Die machen das Abi natürlich geschlossen."

So viel zur Notwendigkeit von mehr Gymnasien und zur Legende von der Nivellierung nach unten auf einer gemeinsamen Mittelstufe.

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