Meinung | Kolumnen | Schule und der Rest des Lebens
10.09.2017

Wüsten, wohin man schaut

Ins Schwitzen gerieten Eltern im Nobel-Gymnasium, als sie die Aufteilung ihrer Kinder sahen.

Niki Glattauer | über Übersetzungs- und sonstige Fehler

Ob mir beim "umständebedingten Nachlesen der Zeitungen von Juli und August" nichts Wichtigeres untergekommen sei als ein Grapscher in einem Freibad, fragt mich Leserin Elli S. per Mail. Doch, Frau S., mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass sich mehrere Kollegen aus der Abteilung Kommentar, Glosse & Co. immer noch einen Ast lachen, wenn sie auf verunglückte Internet-Übersetzungen stoßen – die kolumnialen Sommerlöcher waren voll damit. Dazu kann ich nun selber Heiteres beitragen: Malta. Der südlichste Staat des Kontinents, im Jahresdurchschnitt gefühlte 40 Grad im Schatten. Wo keine Häuser sind, ist Wüste. An der Hotelrezeption liegt die folierte Anweisung für Zugang und Umgang mit Wi-Fi (das Ding, das bei uns WLAN heißt) und den Erwerb eines Tickets für die Codes. Mehrsprachig. Auf Englisch unter der Überschrift "WiFi-Ticket", auf Italienisch unter "Accesso Internet - Biglietto". Und dann auf Deutsch. "Schipass". :-)

Noch lustiger übersetzt man in Cesky Krumlov. Speisekarte in drei Sprachen. Auf der letzten Seite sind die Nachspeisen angeführt. Auf Tschechisch unter "Dezerty". Darunter auf Englisch: "Desserts". Zu guter Letzt auf Deutsch: " Wüsten". Aber sag nicht, dass die Schule, kaum hat sie uns wieder, nicht auch Heißes zu bieten hat.

In Wien fehlen dem Vernehmen nach 5000 Lehrerinnen (Männer mitgemeint). Aber für die NMS-Kollegin, die ihr Sabbaticcal-Jahr aus privaten Gründen doch nicht konsumieren wollte und am ersten Schultag bei der Schulbehörde vorstellig wurde, weil sie ihren Dienst doch antreten wollte, gab’s ein "Leider nein!"

- Aha – und warum nicht?

- Das hätten S’ bis Freitag machen müssen. Jetzt ist z’spät!

Ins Schwitzen gerieten die Eltern von Erstklasslern in einem Wiener Nobel-Gymnasium, als sie die Aufteilung ihrer Kinder sahen. Die 1A mit 29 Schülern weit über die gesetzlich vorgesehene Klassenschülerhöchstzahl angefüllt, die 1B mit 28 genauso. Nur in der 1C sitzen 24 Kinder. Alle drei Klassenräume gleich groß. Meine Kollegen aus der KURIER-Redaktion recherchieren grad, warum das so ist. Vorweg: Könnte noch heißer werden ... ;-)